Internetrecht

Das Internet ist Teil des Alltags vieler Verbraucher. Onlineshopping und Online­banking gehören selbst­verständlich zum Leben. Viele Menschen nutzen soziale Medien wie Facebook oder Twitter und kommunizieren über Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Telegram. Dabei stellen sich regel­mäßig recht­liche Fragen: Welche Rechte habe ich als Käufer, wenn ich online bestelle? Darf ich Bilder, die ein anderer gemacht hat, online teilen? Was droht mir, wenn ich rechts­widrig Songs oder Filme aus dubiosen Internetquellen herunter­lade? Kann ich die Belastung des Kontos wieder rück­gängig machen, wenn meine Bank­daten von Fremden zum Online-Shopping genutzt wurden? Mehr

Kundenrechte beim Onlineshopping

Beim Kauf eines Produktes im Internet hat der Kunde teil­weise mehr Rechte als bei einem Kauf im Geschäft um die Ecke. Ihm steht zum Beispiel ein Widerrufs­recht zu, mit dessen Hilfe er sich inner­halb von 14 Tagen nach Erhalt der Bestellung vom Vertrag lösen kann, etwa wenn ihm das Produkt doch nicht gefällt (Widerruf und Umtausch wegen Nichtgefallen). Stellt sich die gelieferte Ware nach den 14 Tagen als mangelhaft heraus, kann der Verbraucher – wie auch beim normalen Laden­kauf – vom Händler Reparatur oder einwand­freie Ersatz­ware verlangen (Gewährleistung und Garantie).

Schutz bei Internet­abzocke

Probleme können entstehen, wenn der Internetnutzer die per Vorkasse bezahlte Ware anschließend nicht erhält. Im Internet tummeln sich auch schwarze Schafe. Damit so etwas möglichst nicht passiert, können Verbraucher Vorsorge treffen (Sicher vor Betrug im Internet). Wurden die eigenen Kunden- und Bank­daten doch für kriminelle Zwecke genutzt, kann die Konto­belastung teil­weise wieder rück­gängig gemacht werden (Lastschrift zurückholen). Mitunter sind die Kunden über Käufer­schutz von Diensten wie Paypal, Trusted Shops oder Klarna für den Betrugs­fall abge­sichert (Käuferschutzprogramme im Test).

Abmahnung für illegalen Download

Wer fremde Songs, Texte oder Filme herunter­lädt oder online teilt, gerät leicht in Konflikt mit dem Urheberrecht des Künst­lers oder Autors. Viele dubiose Internet­seiten bieten kostenfrei Musik, Ebooks oder Filme zum Download oder streamen an. Insbesondere wer sogenannte Tauschbörsen nutzt („Fils­haring“), riskiert eine Abmahnung des Rechte­in­habers und eine Schaden­ersatz­zahlung (Illegaler Download: Was tun, wenn die Abmahnung kommt?).

Die Rechte rund ums Bild

Der atemberaubende Strand, die berauschende Party – viele Menschen lassen ihre Freunde mit Bildern am eigenen Leben teilhaben. Meist geschieht das über soziale Netz­werke wie Facebook. An Urheberrechte denken dabei die Wenigsten. Professionelle Fotografen kennen die Gesetze, Privatpersonen meist nicht. Grund­sätzlich gilt: Jeder Nutzer darf selbst entscheiden, wie und wo die eigenen Bilder erscheinen (Recht am eigenen Bild). Das bedeutet im Umkehr­schluss auch, dass man fremde Bilder nicht ohne weiteres auf seiner Facebook-Seite verwenden darf. Selbst wer nur selbst geschossene Fotos auf Facebook veröffent­licht, verletzt womöglich die Persönlich­keits­rechte der fotografierten Personen. Recht­lich gesehen, braucht er nämlich deren Einwilligung. Zwar kommt es selten vor, dass Nutzer wegen Facebook-Bildern verklagt werden. Trotzdem sollte sich jeder gut über­legen, welche Bilder er von Dritten ins Netz stellt.