Mit einem Beamer wird das Wohnzimmer zum Heimkino – vorausgesetzt, das Wohnzimmer ist geräumig genug: Denn wer die Leistungsfähigkeit eines Beamers ausschöpfen möchte, braucht eine ausreichend große Projektionsfläche. Sechs bis neun Meter Bildschirmdiagonale bei einer ordentlichen Bildqualität sind mit den meisten Videoprojektoren durchaus machbar. Daneben wirken selbst große Fernseher mit 140 Zentimetern Bildschirmdiagonale ziemlich klein. Mittels eines Beamers können Zuschauer auch in Mannschaftsstärke die Spiele ihres Lieblingsvereins verfolgen oder gemeinsam Filme anschauen. Die Stiftung Warentest hat die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit von Beamern bereits öfter untersucht, Beamer im Test (test 6/2014). Die Zahl an Anbietern ist beträchtlich: Videoprojektoren im Programm haben unter anderem Acer, BenQ, Epson, InFocus, Optoma, Panasonic und Viewsonic. Mehr
Größtes Sehvergnügen in abgedunkelten Räumen
Videoprojektoren können ihre Stärken am besten in abgedunkelter Umgebung ausspielen. Je dunkler der Raum, desto besser. Nur wenige Modelle überzeugen auch in hellen Räumen. Wegen der stärkeren Leuchtkraft von Fernsehern können deren Besitzer in der Regel auch bei heller Umgebung und tagsüber alles gut erkennen.
DLP- versus LCD-Technik
Bei Beamern wird keine einheitliche Projektionstechnik genutzt. Viele Geräte setzen auf die sogenannte DLP-Technik, bei der hunderttausende kleine Spiegel das weiße Licht der Projektorlampe reflektieren und mit Hilfe eines rotierenden Farbrades in bunte Bilder verwandeln. Andere Geräte arbeiten mit drei kleinen lichtdurchlässigen Flüssigkristallbildschirmen (3 LCD), wie man sie in größerer Ausführung von vielen Flachbildfernsehern kennt. LCD-Geräte sind oft etwas teurer. Dafür tritt bei zahlreichen DLP-Videoprojektoren der störende Regenbogeneffekt auf – schnelle Bewegungen erzeugen an kontrastreichen Kanten kurz aufblitzende regenbogenfarbene Artefakte.
Zahlreiche Modelle mit Full-HD-Auflösung
Viele Beamer bieten mittlerweile Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und sind in der Bildauflösung dadurch besser als Modelle mit HD ready (1 280 x 720 oder 800 Pixel), jedoch auch deutlich teurer. Die Testsieger-Geräte kosten um die 2 000 Euro. Gut bewertete Modelle sind jedoch auch für weniger als 800 Euro zu haben. Das Herzstück eines Beamers ist die Lampe. Diese sollte pfleglich behandelt werden, den Ersatz ist teuer. Bei manchen Modellen müssen Verbraucher rund 300 Euro für eine Ersatzlampe berappen.
Größere Projektionsfläche durch Zoom
Wenn das Zimmer nicht ausreichend groß ist, ist ein Beamer mit Zoomfunktion hilfreich. Bei einigen Geräten lässt sich die Projektionsfläche auf diese Weise verdoppeln. Bei Geräten ohne Zoom muss der Projektor weiter nach hinten verschoben werden, um ein größeres Bild zu erhalten. Dem sind jedoch Grenzen gesetzt: Verdoppelt sich der Abstand, trifft das Licht nur noch mit einem Viertel der Helligkeit auf die Projektionsfläche. Das Kontrastverhältnis können Kunden beim Beamerkauf getrost ignorieren. Hersteller prahlen gern mit astronomischen Werten. Das menschliche Auge nimmt jedoch nur Kontraste wahr, die weit darunter liegen. Beamer ziehen ordentlich Strom, viele Geräte um die 300 Watt und mehr. Da mit den Geräten kein direkter Fernsehempfang möglich ist, muss zusätzlich ein TV-Empfänger angeschlossen werden, welcher auch Strom benötigt, Test Kabel- und SAT-Empfänger.
Vielfältige zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten in Kombination mit AV-Receiver
Über einen AV-Receiver – AV steht für Audio-Video – lassen sich weitere Geräte wie DVD-Spieler, Blu-ray-Spieler oder Spielekonsolen über HDMI-Anschlüsse an den Beamer koppeln, Test AV-Receiver (test 11/2013). Und – für atmosphärische Kinoatmosphäre ganz wichtig – auch kraftvolle Lautsprecher, Test Lautsprecher 5.1 (test 12/2013). Ein AV-Receiver ist die Schaltzentrale im Heimkino. Die neueste Generation dieser Tausendsassas ist mittlerweile mit einem Netzwerkanschluss ausgestattet. Das eröffnet die Möglichkeit, neue Quellen für den Musik- und Videogenuss zu nutzen. Innerhalb des Heimnetzwerks können netzwerkfähige Receiver auch Musik vom Computer oder einem speziellen Medienserver wiedergeben. Aus dem Internet empfangen sie gratis tausende von Radiosendern.
Netzwerktauglichkeit erleichtert Bedienung
Die Netzwerktauglichkeit neuer AV-Receiver erleichtert zudem in vielen Fällen deren Bedienung. Wer ein Tablet oder Smartphone besitzt, kann über eine kostenlose Fernbedienungs-App den Receiver übers heimische Netzwerk steuern. Das ist oft deutlich bequemer als mit der klassischen Fernbedienung. Zu den bekanntesten Anbietern von AV-Receivern zählen unter anderem Denon, Harman/Kardon, Marantz, Onkyo, Pioneer, Sony und Yamaha.