Gold, Silber, Erdöl und andere Rohstoffe

Gold ist die älteste und beständigste Wert­anlage der Menschheit. Der rasante Preis­anstieg im vergangenen Jahr­zehnt zeigt, wie hoch das Edel­metall auch heute noch geschätzt wird. Vor allem die diversen Finanz­krisen machten immer mehr Menschen zu Gold­investoren. Inzwischen wächst allerdings die Gefahr, dass Anleger die Bedeutung des Edel­metalls über­schätzen. Als Sach­wert­investment ebenfalls infrage kommen andere Edel­metalle wie Silber oder Platin, aber auch Industrie­metalle und sons­tige Rohstoffe wie zum Beispiel Öl. Mehr

Kein Ersatz für Spar­buch und Renten­versicherung

Finanztest rät dringend davon ab, aus Furcht vor Geld­entwertung oder einer Währungs­reform sichere Geld­anlagen zu Gold zu machen. Das Edel­metall ist kein Ersatz für ein Spar­buch oder für traditionelle Zins­anlagen und eignet sich auch nicht für die Alters­vorsorge. Der Grund: Die Entwick­lung des Gold­preises ist unbe­rechen­bar. Anleger wissen also nicht, was ihr Gold­vorrat in zehn oder zwanzig Jahren wert sein wird.

Sinn­voll für größere Vermögen

Für Anleger, die ein größeres Vermögen breit aufteilen wollen, ist Gold dagegen eine sinn­volle Ergän­zung. Bis zu zehn Prozent Gold geben einem Depot zusätzliche Stabilität, da sich der Gold­preis in der Vergangenheit selten parallel zu den Kursen von Aktien oder Anleihen entwickelt hat. Voraus­setzung ist allerdings, dass Anleger das investierte Kapital – wie bei Aktien – länger­fristig entbehren können.

Plus­punkte für hand­festes Gold

Beim Gold­kauf haben Anleger die Wahl zwischen physischem Gold in Form von Barren oder Münzen und Wert­papieren, die den Gold­preis abbilden. Investmentfonds, die ausschließ­lich Gold kaufen, sind in Deutsch­land nicht zugelassen. Hand­festes Gold bietet steuerliche Vorteile. Anleger müssen auf Erträge aus Kurs­gewinnen nach Ablauf eines Jahres keine Kurs­gewinne zahlen. Außerdem schätzen viele Anleger den direkten Zugriff auf ihren Gold­besitz. Der Kauf sehr kleiner Einheiten ist allerdings nicht empfehlens­wert. Für Münzen oder Barren unter zehn Gramm sind die Kosten unver­hält­nismäßig hoch.

Rohstoffe fürs Depot

Anders als bei Gold kommt bei anderen Rohstoffen wie Öl, Kupfer oder Schweinehälften der direkte Kauf kaum infrage. Anleger haben die Wahl: Sie können Fonds kaufen, die auf Aktien von Rohstoff­konzernen setzen ­– beispiels­weise Energiefonds, die in Ölkonzerne investieren, oder Gold­minen­aktienfonds. Oder sie können direkt auf die Entwick­lung der Rohstoff­preise wetten. Dazu dienen Zertifikate oder so genannte ETC, exchange traded commodities. Die funk­tionieren im Grunde ähnlich wie Zertifikate.

Nahrungs­mittel sind oft tabu

Zertifikate und ETC bilden entweder die Preise von einzelnen Rohstoffen oder von Rohstoffindizes ab. Indizes bündeln eine Vielzahl von Rohstoffen. Sie beziehen sich entweder nur auf Edel- oder Industrie­metalle oder fassen alle möglichen Arten von Rohstoffen zusammen, darunter auch Nahrungs­mittel­rohstoffe wie Reis, Weizen, Mais oder Sojabohnen. Viele Leute lehnen es jedoch ab, auf die Preise von Nahrungs­mitteln zu spekulieren. Sie fürchten, sich an Hungers­nöten schuldig zu machen. Ob Investments an den Rohstoff­börsen die auf dem Markt bezahlten Tages­preise wirk­lich beein­flussen, ist zwar umstritten, doch haben einige Banken Geld­anlagepro­dukte, die sich auf Nahrungs­mittel­preise beziehen, in den vergangenen Monaten aus dem Angebot genommen.