Gewässerschadenhaft­pflicht

Wer als Haus­eigentümer mit Öl heizt, muss dafür an Versicherungs­schutz denken. Öl kann im Grundwasser oder in Fließ­gewässern große Schäden anrichten. Für die Kosten kommt eine Gewässerschaden-Haft­pflicht­versicherung auf – auch Öltank­versicherung genannt. Manchmal deckt aber bereits ihre eigene Privathaftpflichtversicherung das Risiko ab. Mehr

Schäden durch Heizöl sehr teuer

Auslaufendes Heizöl ist selten. Aber wenn ein Unfall passiert, wird es schnell sehr teuer. Rund 30 000 Euro sollte zum Beispiel ein Öltank­besitzer zahlen, weil bei einer Lieferung über hundert Liter Heizöl in sein Grund­stück und die Kanalisation gelaufen waren. Der Lieferant hatte 2 000 Liter Heizöl geliefert. Ein Teil davon lief über eine Entlüftungs­leitung aus. Der dadurch verseuchte Boden musste abge­tragen und beseitigt werden. Eine Gewässerschaden-Haft­pflichtver­si­che­rung kostet für einen ober­irdischen Heiz­öltank mit 5 000 Litern Fassungsver­mögen zwischen rund 25 bis über 150 Euro im Jahr. Für einen unter­irdischen Tank sind es 25 bis 220 Euro. Die Preis­unterschiede sind bei diesen Policen also gewaltig.

Betreiber haftet immer

Unerheblich ist bei Gewässerschäden, wer sie verursacht. Es haftet immer derjenige, der den Tank betreibt. Besonders hoch ist das Risiko bei Erdtanks. Auch Trink­wasser­zonen oder die direkte Nach­barschaft zu Flüssen und Seen sind riskant. Trotz Versicherungs­schutzes müssen Besitzer von Öltanks außerdem immer die Sicher­heits­vorschriften einhalten. Sie sind auf jeden Fall zur Wartung und Kontrolle der Tank­anlage verpflichtet. In von Hoch­wasser bedrohten Gebieten müssen Öltank­besitzer seit dem Jahr­hun­dert­hoch­wasser an der Elbe im Jahr 2002 höhere, behördliche Sicher­heits­anfor­de­run­gen erfüllen. Im Schadens­fall über­prü­fen Versicherer deren Einhaltung.

Im Schnitt rund 4 500 Euro pro Schaden

Nach Angaben der Versicherer werden jedes Jahr etwa 600 Schäden reguliert. Ein Schaden kostet die Gesell­schaften im Durchschnitt etwa 4 500 Euro. Die Statistik für das Jahr 2010 weist 368 Unfälle mit Heizöl aus. Ursachen waren zum Beispiel Materialschäden, Versagen von Schutz­einrichtungen oder die fehler­hafte Bedienung beim Befüllen des Heiz­öltanks. An letzterer ist manchmal der Lieferant schuld. So war es im Beispielfall. Der Gewässerschaden-Haft­pflicht­versicherer des Öltank­besitzers warf dem Heiz­öllieferanten fehlende Sorgfalt beim Befüllen der Tank­anlage vor. Das Ober­landes­gericht Frank­furt am Main war der gleichen Meinung (Az. 19 U 268/06). Der Lieferant musste schließ­lich für den Schaden aufkommen.

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