Drucker: Tinte und Toner

Mit Fremdtinten können Nutzer eines Tinten­strahl­druckers ihre Tinten­kosten um bis zu 90 Prozent senken. Einige Fremd­patronen können mit einem ausgesprochen guten Preis-Leistungs­verhältnis über­zeugen. Bei manchen Fremdtinten müssen Nutzer jedoch erhebliche Qualitäts­einbußen in Kauf nehmen. Die Stiftung Warentest vergleicht regel­mäßig Original­patronen mit Fremd­patronen für Drucker von Brother, Canon, Epson und HP. Mehr

Teil­weise große Ersparnis

Mit Drucker­patronen lässt sich offen­bar gut Geld verdienen — auf dem Markt für Fremd­patronen tummeln sich zahlreiche Anbieter, zum Beispiel AgfaPhoto, Armor, Ink Swiss, Jet Tec, KPM, Peach und Q-Ink. Ihr meist­gebrauchtes Werbeargument: Eine erhebliche Ersparnis gegen­über den teuren Original­patronen, die die Hersteller für ihre Tinten­strahl­drucker anbieten. Tatsäch­lich bieten so manche Patronen von Drittanbietern ein erhebliches Spar­potential und kommen der Qualität des Originals sehr nahe. Probleme gibt es aber zum Teil bei der Kompatibilität zwischen Patrone und Drucker, wie unsere Unter­suchung zu Druckerpatronen aus test 6/2015 zeigt.

Original­patronen bieten die beste Qualität

Nicht alle Fremd­patronen können ihre Versprechen halten. Manche sparen im Vergleich zum Original wenig oder gar nichts und sind sowohl bei Text- als auch Foto­ausdrucken qualitativ deutlich schlechter. Letzt­lich bieten Original­patronen im Vergleich zur Konkurrenz so gut wie immer die beste Qualität. Wer jedoch nicht immer Ausdrucke in 1A-Qualität benötigt, für den kann Fremdtinte eine preisgüns­tige Alternative sein.

Nach­bauten besser als Wiederbefüllte

Bei Fremd­patronen kann man grob zwei Typen unterscheiden: Nach­bauten und Wiederbefüllte. Generell bestätigen die Tests der Stiftung Warentest, dass nachgebaute Einzel­farb­patronen dem Original oft nahe­kommen. Wiederbefüllte Kombipatronen mit integriertem Druck­kopf hingegen bringen häufig schlechtere Ergeb­nisse und ein geringeres Spar­potential. Solche Patronen­typen werden auch nicht nachgebaut: Es müssen leere Original­patronen einge­sammelt, gereinigt und wiederbefüllt werden. Darunter leiden meist Qualität und Spar­effekt.

Fremdkartuschen auch für Laser­drucker

Neben Tinten­patronen testet die Stiftung Warentest auch Tonerkartuschen für Laser­drucker. Das Ergebnis fällt weniger beein­druckend aus als bei vielen Fremdtinten. An die Qualität der Originale kommen die Drittanbieter bei weitem nicht heran. Auch ist bei Fremdtonern die Kosten­ersparnis meist deutlich geringer als bei vielen Fremdtinten.

Vorbehalte gegen­über Fremd­patronen

Nutzer sind gegen­über Fremd­patronen oft skeptisch. Angesichts der teil­weise beträcht­lichen Einspar­möglich­keiten bei akzeptabler Qualität ist es auf den ersten Blick erstaunlich, dass die meisten Nutzer ihre Drucker mit Original­patronen bestü­cken. Eine Ursache dafür dürfte ihr Ruf sein: In diversen Internetforen und auch in einer test.de-Umfrage berichten Nutzer davon, dass ihr Drucker nach dem Einsatz von Fremdtinte nicht mehr richtig oder gar nicht mehr funk­tioniert habe. Die Stiftung Warentest kann solche Erfahrungen nicht bestätigen. In einem mehr­wöchigen Dauer­test hat die Stiftung 876 Patronen in 17 Druckern verdruckt. Ergebnis: Kein einziger Drucker fiel aus. Dennoch bestärken einige Anbieter und Händler Vorbehalte gegen­über Fremd­patronen weiterhin. So mancher Kunde hat die Erfahrung gemacht, dass Händler defekte Drucker während der Gewähr­leistungs­frist nicht angenommen haben, wenn sie mit Fremd­patronen bestückt waren. Der Verweis auf die Fremdtinte ist nicht selten ein will­kommener Vorwand, sich um eine Reparatur herum­zumogeln. Mit einer solchen pauschalen Ablehnung sollte sich niemand abspeisen lassen. Die Beweis­pflicht liegt bei Gewähr­leistungs­fällen in den ersten 6 Monaten beim Händler. Im Übrigen haften Verkäufer von Billig-Drucker­patronen für Marken­drucker unter Umständen, wenn mangelhafte Patronen von ihnen den Drucker des Kunden beschädigen (siehe Meldung Wenn billige Fremdtinte den Drucker beschädigt).

Sparen beginnt mit dem Druckerkauf

Viele Verbraucher scheinen die Folge­kosten nicht im Blick zu haben, wenn sie sich einen Drucker zu einem güns­tigen Anschaffungs­preis kaufen. Preisbewusste Kunden sollten neben der Qualität der Ausdrucke also bereits die Folge­kosten im Blick haben. Die Folge­kosten sind im Laufe eines Drucker­lebens um ein Vielfaches höher als der Anschaffungs­preis. Die Stiftung Warentest ermittelt in ihren Druckertests neben der Qualität der Ausdrucke auch immer die Kosten pro Text­seite beziehungs­weise DIN A4-Farbfoto­ausdruck.