Cars­haring, Mietwagen, Mitfahr­gelegenheit

Cars­haring boomt. 757 000 Nutzer zählte der Bundes­verband Anfang 2014. Das sind 67 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gründe sind klar: Ein Auto zu teilen, spart viel Geld. Außerdem ist es praktisch. Cars­haring-Kunden brauchen sich um fast nichts zu kümmern. Reparaturen, Ölwechsel, Waschen, Winterreifen, oft auch Tanken – das alles erledigt der Anbieter. Die Autos sind häufig neu oder neuwertig, selten älter als vier Jahre. Außerdem steht eine breite Auswahl zur Verfügung. So haben Kunden für jede Fahrt das passende Auto: den Kompakt­wagen für Einkäufe, das Cabrio für Wochen­end­ausflüge, den Lieferwagen für Umzüge. In unserem Test boten vor allem die Firmen Cambio, Drive-Cars­haring, Flinkster, Stadt­mobil, Teil­auto und Quicar eine beacht­liche Palette. Mehr

Kaum tech­nische Mängel

Unsere Tester ermittelten bei den Cars­haring-Unternehmen verdeckt. Wir haben uns als ganz normale Nutzer angemeldet und Probe gefahren. Probleme gab es in einzelnen Fällen beim Einstieg. Öffnen und Schließen klappten nicht immer auf Anhieb. 45 Autos haben wir bei tech­nischen Prüf­stellen von Sach­verständigen checken lassen. Sie haben kleinere Mängel gefunden, zum Beispiel eine verformte Felge, verstellte Wasch­düsen oder fehlendes Wasch­wasser. Sehr gut war der tech­nische Zustand nur bei Cambio, Greenwheels, Car2Go und Quicar.

Probleme im Klein­gedruckten

Probleme kann es aber geben mit der Versicherung. Die Autos sind üblicher­weise Voll­kasko versichert, allerdings teils mit Selbst­behalten von 1 000 Euro. Schwere Mängel fanden wir im Klein­gedruckten mancher Verträge. Einige der Klauseln benach­teiligen die Kunden so stark, dass sie als unwirk­sam gelten müssen. Probleme kann es auch geben, wenn der Wagen Schäden hat. Die Nutzer sind verpflichtet, vorhandene Schäden zu protokollieren. Wir fanden aber an mehreren Autos Kratzer und Beulen, die nicht im Protokoll standen. Da drohen dem Kunden Haftungs­ansprüche.

Viel Geld sparen

Zwar sind die Preise fürs Cars­haring je nach Anbieter unterschiedlich. Doch am Ende bleiben die Kosten ein starkes Argument fürs Auto­teilen. Wir haben nachgerechnet. In unserem Beispiel für einen preisgüns­tigen Kleinwagen liegen allein die Fixkosten – zum Beispiel Wert­verlust, Steuern, Versicherung – vorsichtig kalkuliert bei 2 000 Euro im Jahr. Hinzu kommen die Sprit­kosten. Wer auf das eigene, wenig genutzte Auto verzichtet und auf Cars­haring umsteigt, kann jedes Jahr mehr als 1 000 Euro sparen.

Spontan mieten oder nur an festen Stationen

Cars­haring gibt es in zwei Varianten: stations­gebunden und stations­unabhängig. Bei der ersten Variante meldet der Kunde sich an, bekommt eine Mitglieds­karte plus Geheimzahl, mit der er an einer Abhol­station das Auto öffnen kann, das er zuvor gebucht hat. In Groß­städten liegen die Stationen oft nur wenige hundert Meter auseinander. Nach der Fahrt bringt der Kunde den Wagen an die Station zurück. Anders funk­tionieren die Konzepte, die Auto­hersteller wie BMW mit DriveNow und Smart mit Car2Go anbieten. Da kann der Kunde den Wagen über­all im Stadt­gebiet abstellen. Teils wird dies aber auf Innen­stadt­bezirke begrenzt. Wo ein Auto steht, kann der Kunde per Handy orten. Eine Buchung ist nicht erforderlich. Nach einer einmaligen Anmeldung kann er spontan ein Auto nehmen.

Elektro­autos für Umwelt­bewusste

Besonders attraktiv für Umwelt­bewusste ist Citroën. Der Hersteller schickt bei seinem Angebot Multicity ausschließ­lich Elektro­autos ins Rennen, die mit Ökostrom aus erneuer­baren Energieträgern geladen werden. Auch hier können Nutzer das nächst­gelegene Fahr­zeug online über ein Smartphone-App oder via Telefon-Hotline finden. Das E-Auto wird an eigens einge­richteten Lade­stationen geparkt und an die Steck­dose gestöpselt.