Bauherrenversicherung

Bauherren brauchen Versicherungs­schutz – und können dabei viel Geld sparen. Die Preis­unterschiede bei Bauherrenhaft­pflicht- und Bauleistungs­versicherungen sind enorm. Die Stiftung Warentest erklärt, welche Versicherungen sinn­voll sind und nennt in den Tests die Preise für die güns­tigsten und besten Policen. Mehr

Haft­pflicht­versicherung für Bauherren ein Muss

Bauherren tragen viel Verantwortung. Auch wenn sie einen Architekten, Bauunternehmer oder Bauhand­werker beauftragen, können Häuslebauer bei Problemen immer zur Verantwortung gezogen werden. Schließ­lich haben sie das Bauvorhaben veranlasst. Deshalb ist zumindest eine Bauherren-Haft­pflicht­versicherung unbe­dingt notwendig. Sie springt ein, wenn Dritte auf der Baustelle zu Schaden kommen. Werden Menschen verletzt, können die Schaden­ersatz­ansprüche im schlimmsten Fall in die Millionenhöhe gehen: Arzt-, Kranken­haus- und Pflege­kosten, Verdienst­ausfall, Schmerzens­geld und möglicher­weise eine lebens­lange Rente für die Opfer oder Hinterbliebenen.

Enorme Preis- und Leistungs­unterschiede

Der Beitrag für die Versicherung richtet sich nach der Höhe der Bausumme. Über 200 Euro können Bauherren sparen, wenn sie die Preise vergleichen. Im Test der Stiftung Warentest im Jahr 2011 verlangte der güns­tigste Versicherer für eine Bauherrenhaft­pflicht bei einer Bausumme von 250 000 Euro einmalig 98 Euro, der teuerste dagegen 315 Euro. Die Leistungen sind vergleich­bar. Manche Versicherer bieten ohne Mehr­beitrag einen Rund­umschutz, der auch Sach­schäden umfasst, die etwa durch die allmähliche Einwirkung von Feuchtig­keit, Senkung des Grund­stücks oder Erdrutsch verursacht werden.

Privathaft­pflicht kann ausreichen

Für den Umbau oder Ausbau einer Immobilie in Eigen­leistung – also etwa für einen Dach­ausbau – ist meist keine spezielle Bauherren-Haft­pflicht­versicherung nötig. Viele Privathaftpflichtversicherungen decken auch kleinere Bauvorhaben mit ab. Je nach Police greift der Schutz bis zu einer Bausumme von 25 000 Euro, 100 000 Euro oder sogar unbe­grenzt.

Bauleistungs­versicherung für Schäden am Bau

Geht es um Schäden am eigenen Bau, kommt die Bauleistungs­versicherung ins Spiel. Sie hilft, zum Beispiel wenn ein Sturm das Mauer­werk einreißt oder eine Über­schwemmung die Bausubstanz beschädigt. Ohne finanzielle Rück­lagen kann ein größerer Schaden den ganzen Finanzierungs­plan für das Bauvorhaben durch­einander bringen. Der Diebstahl von Baumaterialien oder Werk­zeugen ist allerdings nie mitversichert. Dieses Risiko über­nimmt kein Versicherer. Auch Schäden durch normale Witterungs­einflüsse sind durch die Police nicht gedeckt.

Feuerrohbau­versicherung gegen Brand und Blitz

Schäden durch Brand, Blitz­schlag und Explosion sind ebenfalls nicht durch die Bauleistungs­versicherung gedeckt. Für solche Fälle müssen sich Bauherren extra versichern. Sie benötigen eine Feuerrohbau­versicherung, die einspringt, wenn der Rohbau durch einen Brand beschädigt wird. Bauherren können auch zum Baubeginn direkt eine Wohngebäudeversicherung abschließen, in der eine Feuerrohbau­versicherung beitrags­frei enthalten ist.

Wichtige Versicherungen rund ums Haus

Nach der Bauzeit ändert sich der Versicherungs­bedarf. Für die fertige Immobilie ist eine Wohngebäudeversicherung sehr sinn­voll. Wer einen über- oder unter­irdischen Öltank auf dem Grund­stück hat, sollte unbe­dingt eine Gewässerschadenhaftpflicht-Versicherung abschließen. Sie zahlt, wenn Grund­wasser oder Erdreich durch Heizöl verschmutzt wird. Einen Über­blick über den notwendigen Versicherungs­schutz rund ums Haus bietet die Tabelle Optimaler Schutz fürs Eigenheim.

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