Für zehn Euro gratis tanken, das versprechen Werbeanrufer am Telefon. Doch wer sich darauf einlässt, schließt unfreiwillig ein teures Abonnement ab. Das kostet 9,90 Euro – pro Woche. Die Masche erinnert an die Methode, mit der die Telomax Gmbh im vergangenen Jahr Verbrauchern Geld abnahm. test.de sagt, was zu tun ist.

Anruf kostenlos, aber teures Abo

Der Trick geht so: Die Anrufer nennen den Opfern eine kostenlose 0800er-Rufnummer, die sie wählen sollen, um sich dort zu registrieren, damit der Tankgutschein zugeschickt werden kann. Dort wiederum läuft eine Bandansage, die sie auffordert, am Telefon die Nummern 1 und 9 zu drücken. Dass sie dabei ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen, bekommen die Kunden vor lauter Werbegeplapper nicht mit, zumal die Ansage in rekordverdächtigem Schnellsprechertempo läuft. Der Tankgutschein kommt wenige Tage später tatsächlich, mit der Absenderadresse „Postfach Tankgutschein, Königsallee 106, 40215 Düsseldorf“. Darauf der kurze Hinweis: „Sie werden durch Ihr Abonnement automatisch in 50 lukrative Gewinnspiele eingetragen.“ Das böse Erwachen kommt mit der nächsten Telefonrechnung: Da werden unter dem Punkt „Beträge anderer Anbieter“ 9,90 Euro pro Woche berechnet.

Verbraucherzentrale warnt

„Nach ähnlichem Muster zog die Telomax Gmbh letztes Jahr Verbraucher über den Tisch“, berichtet Juristin Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Damals versprachen die Anrufer Kosmetikgutscheine über 100 Euro als Gewinn. Die Opfer standen anschließend mit einem Vertrag über die Teilnahme an Gewinnspieleintragsdiensten wie win-finder.com oder glücksfinder.net da – bis die Bundesnetzagentur dies stoppte: Sie verbot den Telefonanbietern, weiterhin das Inkasso für Telomax zu betreiben: Die Beträge durften dann nicht mehr über die Telefonrechnung abgebucht werden. Doch Telomax machte unter anderen Nummern weiter, sodass die Bundesnetzagentur ein weiteres Verbot aussprechen musste.

Vertrag untergeschoben

Auch das reicht aber längst nicht aus, denn solche Maschen grassieren bundesweit. Neben Tankgutscheinen, ködern andere Anrufer Kunden mit einem iPhone, wieder andere mit kostenlosen Lotto-Tipps oder mit „drei Tage gratis Fiat fahren“. Allein die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zählte im vergangenen Jahr mehr als 4 000 Verbraucherbeschwerden wegen unerwünschter Werbeanrufe. Jeder zweite ungewollt Angerufene berichtete, ihm wurde ein Vertrag untergeschoben.

Widerspruch einlegen

Wenn solche Beträge auf Ihrer Telefonrechnung stehen, legen Sie schriftlich Widerspruch bei Ihren Telefonanbieter ein, also beispielsweise der Telekom. Teilen Sie mit, was passiert ist und dass Sie den fragwürdigen Betrag nicht zahlen, sondern lediglich den unstrittigen Teil der Rechnung begleichen. Widersprechen Sie der Abbuchung der Telefonrechnung bei Ihrer Bank und überweisen Sie nur den unstrittigen Betrag der Rechnung. Teilen Sie auch dem dubiosen Anbieter den Widerspruch mit und weisen Sie ihn darauf hin, dass Sie den angeblichen Vertragsschluss bestreiten und „hilfsweise“ von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Häufig gilt in diesen Fällen die 14-tägige Widerrufsfrist nicht, da die dubiosen Anbieter nicht oder nicht ausreichend auf das Widerrufsrecht hingewiesen haben. Bestreiten Sie außerdem den angeblichen Vertragsabschluss. Einen Musterbrief finden Sie bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

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