test warnt Zentral Inkasso

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Ins Bockshorn jagen – das ist es, was die Deutsche Zentral Inkasso mit Internetsurfern macht. Zunächst noch harmlos: „Zahlen Sie sofort“, stand in einem Brief an test-Leser Reda El Shal. Angeblich hatte er bei www.my-downloads.de ein Abonnement abgeschlossen – eine typische Abofalle. 159,50 Euro, sonst drohten Klage und Verurteilung. Beigefügt war ein Urteil des Amtsgerichts Langen, das tatsächlich bei einer anderen Abofalle, Premium Content, von einem wirksamen Vertrag ausging. Doch dieses Urteil ist eine absolute Ausnahme und nicht nachvollziehbar. Es gibt Dutzende gegenteilige Urteile höherer Instanzen, besser begründet und juristisch präziser.

Reda El Shal folgte unserem Rat: Er zahlte nicht. Doch dann erhielt er den „Entwurf einer Klageschrift“. Alles fix und fertig, als werde jeden Moment Klage eingereicht. Aber auch das ist nur eine leere Drohung. In den Verbraucherzentralen melden sich täglich Betroffene, die ähnliche Post erhielten. Fakt ist: Wer unwissentlich in eine Abofalle tappt, braucht nicht zu zahlen. Denn laut Preisangabenverordnung muss es einen klaren, unübersehbaren Hinweis auf die Kosten geben.

Tipp: Wer sichergehen will, kann der Rechnung per Einschreiben widersprechen. Es reicht, das nur einmal zu tun. Musterbriefe finden Sie zum Beispiel unter www.vzhh.de.

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Thomas_KleinGroß am 11.02.2012 um 16:05 Uhr
Dieser Artikel ist korrekt!

Falschberatung kann man nur zum Kommentar von schusti1980 sagen, ich würde diesen Kommentar sogar als "lanciert von interessierter Stelle" bezeichnen.
Tatsache: kein Vertrag - keine Zahlung!
Und hier in D ist immer noch eine Unterschrift zu jedem Vertrag notwendig. Wenn der Vertraggeber sich davon befreit (warum auch immer), ist es im Nachweisfall allein sein Problem, dem sog. Vertagnehmer die Wirksamkeit nachzuweisen. Und das scheitert vor Gericht generell, was die Eintreiber sehr gut wissen.
Bei Drohung mit Inkasso: Strafanzeige, sowohl gegen den Anwalt / Inkassounternehmen und deren Klient, Meldung des standeswidrigen Verhaltens (wegen wissentlich falscher Rechtsberatung) an die zuständige Anwaltskammer, und ansonsten Ruhe bewahren.
Die Tipps im Artikel sind richtig und gut, ich würde aber bei der normalerweise vorliegenden Rechtslage außer einem Widerspruch zum GERICHTLICHEN Mahnbescheid gar nichts weiter machen.
Wer sich direkt meldet, hat sich bereits eine Blöße gegeben...

Phil1980 am 28.10.2011 um 18:03 Uhr
Falschberatung??

Na ja, fast könnte man meinen, dass der Betreiber des Inkassodienstes den 1. Kommentar abgegeben hätte, weil er wundersamerweise auf seine eigene "Trophäenurteilsammlung" verweist. Der Betreiber von my-downloads.de hätte ja auf seine "Trophäenurteilsammlung" verwiesen. Fakt ist, und die Erfahrung zeigt es ja, dass es kaum Verfahren gegen echte hereingelegte Nichtzahler eröffnet werden. Zu groß ist die systemische Gefahr des Abzockers vor Gericht abgewatscht zu werden: http://abofallenmafia.blogspot.com/2011/05/urteil-des-ag-alzey-aktenzeichen-23-c.html
Im Übrigen interessieren sich Staatsanwälte für das Zustandekommen dieser "Trophäenurteile", zu seltsam ist das Auftreten inklusiver einiger auffälliger Gemeinsamkeiten.

schusti1980 am 28.10.2011 um 11:09 Uhr
Falschberatung!!

Dieser Artikel ist sachlich falsch und führt Verbraucher in eine gefährliche Falle. Die Frage ist, ob er bei durchschnittlicher Sorgfalt des Preis lesen konnte und musste. Die reine Behauptung, nichts gesehen zu haben, reicht vor Gericht nicht aus. Die oben zitierte Verordnung (Preisangabe, PangV) hat eine rein wettbewerbsrechtliche Wirkung, der Vertrag ist dennoch wirksam!
Beispiel: nur weil in einem Schuhgeschäft der Preis zu klein ausgezeichnet ist, berechtigt das den Kunden nicht, die Ware an der Kasse ohne Bezahlung vorbeizutragen.
Der obige Artikel geht somit in eine falsche Richtung: Besser wäre es, aufzuklären. Wer seine kompletten Daten auf einer Website angibt, der sollte die spärlichen weiteren Informationen dort auch lesen. Gerichte verlangen das regelmässig. Die Erfahrung zeigt, dass Amtsgerichte Verbraucher reihenweise zur Zahlung solcher Internet-Rechnungen verurteilen.
Mehr Informationen: http://www.deutsche-zentral-inkasso.de/aktuelles