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Satte 2,4 Milliarden Euro werden pro Jahr für humanitär-karitative Zwecke gespendet, meist zu Weihnachten. Viele wohltätige Organisationen sind auf dieses Geld angewiesen – doch nicht alle haben es verdient. Skrupellose Profis lenken dringend benötigte Mittel auf eigene Konten. Das erreichen sie mit typischen Maschen:

Mitleid: Gezielt Mitleid zu erregen, mit Fotos von Folteropfern, hungernden Kindern oder gequälten Tieren, ist ein Hinweis auf Abzockerei. Fallen Sie nicht darauf herein, spenden Sie überlegt, nicht impulsiv. Das gilt besonders für Patenschaften: Es ist besser, wenn das Geld nicht nur einem Kind persönlich hilft, sondern in Projekte fließt, die dem ganzen Dorf nützen.

Drücker: Wenn es an der Haustür klingelt oder Sie an Ständen auf der Straße bedrängt werden, sind das oft Spendenjäger. Der Großteil des Geldes geht als Akkordlohn an sie. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Spenden ist freiwillig, niemand sollte dazu überredet werden.

Behinderte: Waren von Behinderten werden meist direkt in den Werkstätten verkauft, nicht an der Haustür. Sie sind klar gekennzeichnet. Verkäufer müssen einen Blindenvertriebsausweis haben. Ein Ver­­­­zeich­nis an­er­kannter Werkstätten verschickt die Bundesanstalt für Arbeit, Regensburger Straße 104 in 90327 Nürnberg. Verlassen Sie sich lieber darauf als auf Mitleid erregende Versprechen über angeblich mund- oder fußgemalte Bilder.

Fördermitglied: Vor allem unseriöse Gruppen werben feste Mitglieder. Sie tarnen sich etwa als Flugrettungsverein oder Tierschutzverband. Einziger Zweck: Sobald Ihre Bankverbindung bekannt ist, wird regelmäßig Geld abgebucht. Erst Anfang Oktober wurde von etwa 40 000 Bankkonten unrechtmäßig Geld abgebucht, jeweils bis zu 90 Euro als „Jahresmitgliedsbeitrag 2002 Kinder in Not e. V.” – obwohl die Tätigkeit des Vereins seit 2001 ruht.

Wer spendet, sollte daher nicht unbedacht Einzugsermächtigungen erteilen und am besten auch nicht seine Kontoverbindung preisgeben. Eine Überweisung reicht.

„Vielen Organisationen zu spenden, verursacht besonders viele Kosten, denn jeder Spender wird dort registriert und erhält bei neuen Spendenaufrufen Werbepost“, sagt Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen. Das Institut prüft Hilfswerke und vergibt Spendensiegel. Eine Liste gibt es für dreimal 55 Cent (in Briefmarken):

DZI
Bernadottestraße 94
14195 Berlin

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