test warnt Vorsicht, Nach­nahme!

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Eine neue Welle von Nach­nahme­betrug beschäftigt derzeit die Polizei: Die Betrüger schi­cken kosten­pflichtige Pakete an Menschen, die gar nichts bestellt haben. test.de erklärt, wie die Masche funk­tioniert.

Wenn der Nach­bar im Urlaub ist

Viele Dresdner bekamen in den vergangenen Wochen ein Päck­chen von der „Gold- und Schmuck­welt Pforzheim-Enzkreis“: per Nach­nahme für 24,50 Euro, obwohl sie nichts bestellt hatten. Viele der Empfänger zahlten trotzdem. Einige glaubten, der Ehepartner habe etwas bestellt, andere nahmen gerade die Post für den Nach­barn im Skiurlaub an. Manche hatten einen DHL-Abhol­schein im Brief­kasten gefunden und waren extra zur Post gegangen. Im Paket steckte aber nur eine nahezu wert­lose Plastik­uhr.

Bei Schnäpp­chen auf Ebay genau hinsehen

„Dieses Päck­chen nicht annehmen“, warnt die Polizei. Es ist Nach­nahme­betrug. Er läuft bundes­weit, auch auf Ebay, wo Gauner Elektronik billig anbieten. Wer bestellt, findet im Paket nur Papier. Das Geld ist weg.

Post erstattet kein Geld

Die Post stellt nur das Paket zu und muss dem Empfänger nicht erlauben, vor dem Bezahlen hinein­zusehen. Schon gar nicht erstattet sie das Geld. Opfer müssen sich an den Absender wenden. Doch eine „Gold- und Schmuck­welt“ gibt es in Pforzheim nicht. Eine Adresse des Absenders stand nicht auf den Päck­chen.

Tipp: Wer nichts bestellt hat, sollte keine Nach­nahme annehmen. Online­kunden sollten diese Versand­art nur akzeptieren, wenn sie von der Seriosität des Händ­lers über­zeugt sind oder er ein anerkanntes Siegel wie Trusted Shops führt.

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Tschepe am 14.01.2018 um 16:09 Uhr
Vorteil von Nachnahme

Nachnahme muss nicht zwingend auf Betrug hinweisen. Ich habe mir mal etwas per Nachnahme bestellt, weil es der SCHNELLSTE Versandweg war (ohne Angabe von Kreditkartendaten, Kontonummern oder andere Bezahldienstleister). Für den Versender ist es die sicherste Art, an sein Geld zu kommen, ganz ohne Scoring oder ähnliches. Sonst wäre nur Vorkasse möglich gewesen, was viel zu lange dauert, bevor der Händler die Ware auf den Weg schickt.
Unerwartete Nachnahme-Sendungen nimmt man natürlich nicht an.

Gelöschter Nutzer am 28.02.2016 um 15:49 Uhr
Finger weg

Also ich würde bei einer Nachnahmesendung für einen Nachbarn schon automatisch einen Betrugsversuch vermuten und diese Sendung ganz sicher nicht für meinen Nachbarn annehmen. Ich bin nicht repräsentativ, aber ich zumindest kennen niemanden, nicht einen einzugen, der etwas per Nachnahme ordert. Ich kann mir auch beim besten Willen keinen Grund vorstellen, warum jemand etwas per Nachnahme bestellen sollte. Also Nachnahme schreit schon Betrug, auch wenn es vielleicht mal tatsächlich legitime Sendungen geben mag. Finger weg!

WB1450 am 26.02.2016 um 15:22 Uhr
Absender,

soweit ich mich erinnern kann, stand in den AGB der Post, dass Nachnahmen oder Einschreiben einen Absender tragen müssen.
Das ändert aber nichts an der Tatsache dass die Sendung in Empfang genommen und bezahlt wurde.
Die Post tritt nur als Transportfirma im Auftrag des Absenders in Erscheinung und befördert eine Sendung von A nach B, eine Prüfung der Rechtmäßigkeit ist nicht möglich.
Grundsätzlich sollte eine Sendung in der Nachbarschaft nur angenommen werden, wenn eine direkter Bitte des "Nachbarn" mir der Nennung des Absenders vorausgegangen ist.
Alle anderen gutgemeinten nachbarschaftlichen Sendungsannahmen bringen die Gefahr einer "Falschannahme" mit nachteiligen Konsequenzen für den "Empfänger" und evtl. Ärger mit dem Nachbarn.
WB

Tschepe am 26.02.2016 um 11:58 Uhr
Post in der Pflicht

Ich sehe da die Post in der Pflicht. Wie kann es sein, dass durch ihre Hände Geld im illegalen Nirgendwo verschwindet?

arthur.t am 25.02.2016 um 13:02 Uhr
Ohne Absender...

"Eine Adresse des Absenders stand nicht auf den Päck­chen." Es mag zwar kein Absender drauf stehen, aber die Post kennt zumindest eine Kontobezeichnung. Das Geld muss schließlich zum Absender...