test warnt Meldung

„Papiii, ich muss mal!“ Nach solchen Ansagen hilft nur ein schneller Stopp an der Auto­bahn-Rast­stätte. Die Not ist groß, es eilt, doch ohje: Papi hat kein Bargeld fürs WC. Aber da steht ein Geld­automat. Die Abhebe­kosten? „Bei einer girocard (ec-Karte) fallen keine weiteren Gebühren seitens Ihrer Bank an“, sagt ein Aufkleber klipp und klar. Also Karte rein, Betrag eingeben, dann die Pin. Nun erscheint ein Text im Display: „Ihr Institut berechnet Ihnen für die Abhebung keine Gebühren“. Schnell drückt der eilige Papi auf „Bestätigen“.

Das wird teuer. Denn weiter unten stand: „Für die Abhebung berechnen wir 6,50 Euro.“ Der Auto­mat gehört der Firma Cardpoint. Sie betreibt gut 900 Geräte, viele an Auto­bahnen, Bahnhöfen und Supermärkten wie Markt­kauf, Kauf­land, Edeka, Metro. Ihnen verspricht Cardpoint „sichere Miet­einnahmen und hohe Renditen für kleinste Flächen“. Die Gebühren sind unterschiedlich. Dass sie an Rast­stätten so hoch sind, erklärt Geschäfts­führer Andreas Raabe damit, dass die Auto­maten wegen der langen Anfahrten teuer zu befüllen sind. Dann wäre ein klarer Kostenhin­weis erst recht wichtig. „Vielleicht können wir den Hinweis im Display verbessern“, meint Raabe auf Anfrage von test. „Aufkleber werden oft abge­kratzt.“ Solche kleinen Schäden will man nicht riskieren. Dann lieber, dass eilige Papis ungewollt 6,50 Euro los sind.

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