Wie eine Seuche breiten sich betrügerische Schlüssel­dienste aus. In Anzeigen unterbieten sie sich mit Super­preisen. Vor Ort kassieren sie heftig ab. 974 Euro verlangten Abzo­cker von einer 82-Jährigen. „Sittenwid­rig“, urteilte das Amts­gericht Dresden. Eine normale Türöffnung kostet weniger als 100 Euro, nachts und an Wochen­enden maximal das Doppelte, sagen Handwerks­kammern. Liegt die Rechnung 100 Prozent über Markt­preis, ist das Wucher und unwirk­sam. Gauner bohren oft gleich das Schloss auf. Dann können sie ein neues teuer mitverkaufen. Dabei können vier von fünf zugezogenen Türen in Minuten geöffnet werden, ganz ohne Schäden.

Gern geben Abzo­cker sich Namen mit A am Anfang, „A.A.A. Dienst“ etwa. So stehen sie im Telefon­buch ganz vorn. Viele machen das bundes­weit mit lokalen Nummern. Vor Ort gibt es sie aber gar nicht. Vielmehr leiten sie Anrufer in die nächste Stadt weiter. So kann der Monteur für die lange Anfahrt von dort kassieren. Das Land­gericht Düssel­dorf verurteilte eine Firma, die mit 18 Filialen in den Gelben Seiten stand. In Wahr­heit gab es keine einzige Filiale.

Tipp: Nehmen Sie keinen AAA-Anbieter, lieber eine kleine Firma vor Ort. Fragen Sie, von wo die Anreise erfolgt. Ein Preis­limit vereinbaren. Oder: Wenn möglich, eine kleine Scheibe einschlagen. Das ist billiger.

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