test warnt Meldung

Fernsehen wird auch immer teurer. Jetzt soll sogar der Satellitenempfang Gebühren kosten. Die „euroSat GmbH“ verschickt Rechnungen: „Durch Verordnung des Rundfunkrates dürfen private Sender ab 2006 auch für Sat-Empfang Gebühren erheben.“ Monatlich 6,50 Euro, zahlbar sofort und fürs ­ganze Jahr im Voraus. Und wer nicht zahlt, dem könne man „aufgrund der physikalischen Struktur“ den Sat-Receiver abschalten. Einstein hilf!

Zum Glück setzen sich die Absender nicht nur über die Gesetze der Physik hinweg, sondern auch über die des Staates: Es ist unmöglich, zentral einzelne Satellitenreceiver abzuschalten. Und die „Verordnung des Rundfunkrates“ ist völlig frei erfunden: Gebühren werden über Staatsverträge geregelt, nicht über irgendwelche Verordnungen.

Die Schreiben sind einfach dreiste Abzockerei. „Sie entbehren jeder Grundlage“, teilte die ARD mit. Die Ber­liner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits.

Nur leider: So ganz aus der Luft gegriffen ist die Sat-Gebühr nicht: SES Astra hat angekündigt, ab 2007 Programme zu verschlüsseln. Zuschauer müssten dann eine Zugangskarte kaufen – im Gespräch sind fünf Euro monatlich – und ihre Receiver gegen neue, verschlüsselungstaugliche tauschen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 310 Nutzer finden das hilfreich.