test warnt Meldung

Eigentlich waren Abofallen über Nacht aus dem Internet verschwunden. Denn seit August 2012 regelt die „Button-Lösung“, dass Verträge nur wirk­sam sind, wenn der Preis deutlich genannt wird – das Aus für fast alle Abzo­cker­seiten. Doch nun kehren sie zurück: Seiten wie Melango, Mega-einkaufs­quellen, Gross­handel-angebote bieten massenhaft Schnäpp­chen. Eigentlich richten sie sich nur an Gewer­betreibende. Viele Private melden sich trotzdem an – einen Gewer­beschein müssen sie meist nicht vorlegen. Dass die Anmeldung Geld kostet, wird leicht über­sehen. Der Preis steht irgendwo am Seiten­rand: teils 240 Euro. Wer später von der Rechnung über­rascht wird und widerrufen will, erhält die Antwort: Im gewerb­lichen Bereich gilt kein 14-tägiges Widerrufs­recht.

Das stimmt. Doch Melango stellt in seinen Geschäfts­bedingungen den Vertrag unter den Vorbehalt, dass der Kunde Unternehmer ist und dies nach­weist. Ist beides nicht der Fall, kann gar kein Vertrag mit einem Privatkunden zustande kommen, so das Land­gericht Bochum (Az. 47 C 59/12). Viele Amts­gerichte entschieden ebenfalls für Surfer, die sich geneppt fühlten – teils per Versäumnis­urteil, weil ein Anwalt von Melango gar nicht erschien. Auch Gewer­betreibende müssen nicht zwingend zahlen, beispiels­weise wenn die Anmeldung nicht beruflichen Zwecken diente sondern privaten Käufen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 10 Nutzer finden das hilfreich.