test warnt Meldung

„Zahlen Sie noch heute!“ So macht die „Proinkasso“ Druck. Derzeit schickt sie eine Welle böser Briefe durchs Land, meist wegen Forderungen irgendwelcher Internet-Abofallen oder weil die Empfänger sich angeblich bei Gewinnspielen angemeldet haben. Oft wird der Vertragsabschluss aber nur behauptet, juristisch wirksam ist er in der Regel nicht. Dennoch blufft Proinkasso auf dreiste Weise: Wer sich mit Aktenzeichen und Postleitzahl auf ihrer Homepage einloggt, hört als „Beweis“ ein mitgeschnittenes Telefonat. Doch merkwürdig: In den Fällen, die der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein vorliegen, ist es nur ein späterer Rückruf, nicht das Gespräch zum Vertragsabschluss. „So ein Beweis ist natürlich nichts wert“, berichtet VZ-Jurist Dr. Boris Wita.

Und selbst wenn es das tatsächliche Vertragstelefonat wäre, gilt: Es muss nicht nur das klare „Ja“ des Ange­rufenen zum Vertragsabschluss zu hören sein, sondern auch seine ausdrückliche Einwilligung zum Mitschnitt. Fehlt sie, ist der „Beweis“ im Streitfall nicht verwertbar.

Mit fast wortgleichen Schreiben macht auch die Media Inkassomanagement Forderungen geltend. Juristin Karin Goldbeck von der Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Betroffenen, nicht zu zahlen.Auch die bayerische Polizei hatschon vor Proinkasso gewarnt.

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