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Das PostIdent-Verfahren spielt bei Internetgeschäften eine wichtige Rolle. Konto eröffnen bei Onlinebanken, Kaufvertrag unterschreiben – wo immer es auf eine rechtsverbindliche Unterschrift ankommt, identifiziert sich der Kunde, indem er mit seinem Personalausweis zur Post geht, oder der Postbote zu ihm ins Haus kommt.

Das nutzen Abzocker. Manchmal fängt es mit einem Anruf an. Bei der Firma Sky Com etwa hatten viele Opfer den Eindruck, mit der Telekom zu sprechen. Zwecks Gebührensenkung würden sie bald Vorschläge per Post erhalten, Unterschrift genüge. Doch was sie dann unterschrieben, war ein „Best-Price-Service“ für 96 Euro.

Andere trifft es unvorbereitet, wenn der Briefträger mit PostI­dent-Belegen in der Tür steht und eine Unterschrift will. Wer nicht zu Hause ist, findet im Briefkasten die Nachricht, es liege ein Schriftstück für ihn bei der Post. „Viele meinen, das sei wie ein Einschreiben und unterzeichnen“, berichtet Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen. Besonders perfide: Niemand weiß, was er unterschreibt. „Verbraucher berichten, dass nur das untere Drittel des Schreibens aus dem Umschlag herausschaute. Der Brief wurde nur ausgehändigt, wenn man vorher unterschrieb“, erklärt er. Dann die böse Überraschung: „Oft waren es Preselection-Telefonverträge.“

Verbrauchern, die auf diese Weise in Verträge geraten sind, empfiehlt Reichertz, die Unterschrift zu widerrufen und sich in einer Verbraucherzentrale beraten zu lassen. Die Post hat die Formulare jetzt verändert. Nun steht die Unterschrift im oberen Teil, sodass Kunden sehen, was sie unterschreiben. Doch die Umstellung läuft, noch sind alte Formulare im Umlauf. Verlangen Sie vor der Unterschrift, das komplette Dokument lesen zu dürfen.

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