Tagsüber nicht zuhause und keine Chance, Pakete anzunehmen? Kein Problem, die Post bietet ja Packstationen an. Wer sich gegen Vorlage seines Personalausweises registrieren lässt, kann sich Pakete an die Packstation schicken lassen und sie rund um die Uhr abholen. Das ist praktisch – auch für Betrüger. Mit Anzeigen wie „80 Euro Monatsverdienst“ suchen sie Leute, die ihnen ihre Zugangsdaten für ihre Packsta­tion zur Verfügung stellen.

Der Trick: Die Betrüger bestellen im Internet teure Elektronik oder Luxusuhren. „Bezahlt“ wird mittels gestohlener Kreditkartendaten – also gar nicht. Oder die Gauner knacken die PayPal-Treuhandkonten ahnungsloser Dritter. Oder sie nehmen Be­träge, die sie vorher per „Phishing“ (siehe Test Internetsicherheit und Meldung Bankgeschäfte am Computer) von fremden Konten abgeräumt haben. An der Packstation können sie die Waren in Empfang nehmen und sich anonym aus dem Staub machen.

Dass mit geklautem Geld „bezahlt“ wurde, fliegt meist sehr schnell auf. Die Polizei hält sich dann an den Besitzer des Zugangskontos für die Packstation. Ihnen droht eine Strafanzeige wegen Hehlerei. Und der Nachweis, nicht mit den Betrügern unter einer Decke zu stecken, ist schwer zu führen.

Statt 80 Euro Monatsverdienst zahlen die Opfer dann teures Lehrgeld.

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