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In Krisenzeiten sind Sachwerte gefragt. Das ist Wasser auf die Mühlen großer Münzhandelshäuser. Sie jubeln Gold und Silber unters Volk: Medaillen mit „höchstem Wertsteigerungspotenzial“, als „Gedenkprägung in bester Münzqualität“, streng limitiert, teure „Collectionen“ mit Echtheitszertifikat, fein verpackt in samtbezogenen Edelholzkisten.

Doch die höchste Wertsteigerung hat der Krempel schon hinter sich: durch den utopischen Verkaufspreis. Ihr wahrer Wert liegt meist nur bei 5 bis 10 Prozent – der reine Materialwert minus Einschmelzkosten. Einen Sammlermarkt gibt es fast nie. Das liegt daran, dass es keine Münzen sind, also gesetzliche Zahlungsmittel, sondern bloß Medaillen. Die darf jeder in beliebiger Stückzahl prägen, so wie billige Blechplaketten.

Anders ist das bei Münzen. Doch auch sie sind als Geldanlage eher etwas für Kenner. Und die beklagen, dass eine Flut von Neuausgaben den Markt überschwemmt, teils in Millionenauf­l­age. Dabei, so eine Faustre­gel, bieten eher Auflagen bis 100 000 Stück gute Chancen auf Gewinne. Und Vorsicht: Neben Fälschungen werden auch Stücke verkauft, die wie Euro aussehen, aber nur Medaillen sind. Oder man bietet angeblich „amtlich bewilligte“ Probestücke an, zum Beispiel für Euromünzen, die gar keine Vorläufer echter Euro sind, sondern reine Fantasieprodukte.

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