test warnt Meldung

Schulden zu haben, ist für viele Verbraucher normal. Allein Kleinkredite summieren sich auf 224 Milliarden Euro, durchschnittlich knapp 6 000 Euro pro Haushalt. Schon gelten drei Millionen Haushalte als überschuldet. Zwar könnten sie über das private Insolvenzverfahren wieder finanziell Tritt fassen, doch die Wartezeiten für die kostenlose Schuldnerberatung der Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbände sind lang.

Kredithaie sind schneller. Sie haben die gewerbliche Schuldenregulierung als lukratives Geschäftsfeld entdeckt. „Schuldenfrei in einem Jahr“ oder „Hilfe sofort“ lauten ihre Werbesprüche. Doch in der Branche wimmelt es von Gaunern. „Die wollen gar nicht helfen, sondern nur abzocken“, warnt Hedwig Risch vom Bundeskriminalamt. Der Verbraucherzen-trale Nordrhein-Westfalen ist kein einziger Fall bekannt, in dem die Firmen wirklich halfen. Viele arbeiten gleichzeitig als Kreditvermittler. Die Uni Trier untersuchte schon 1996 sämtliche Anbieter im Saarland: „Es gab keinen, der sich nicht strafbar gemacht hat“, stellte Professor Dr. Hans-Heiner Kühne fest.

Das Geschäft mit der Armut lohnt, die Branche boomt, obwohl fast immer die behördliche Erlaubnis zur Schuldenregulierung fehlt. Kassiert wird für Besuche, Auslagen, Fahrten, Haushaltspläne. Den mittellosen Kunden werden sogar noch Versicherungen und Bausparverträge verkauft. Oder man vermittelt Rechtsanwälte, die zusätzlich Honorar verlangen. So wird den Ärmsten auch das letzte Geld abgenommen.

Es gibt nur einen Rat: Wer in der Schuldenfalle sitzt, sollte zur Verbraucherzentrale gehen.

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