test warnt Meldung

Turbulente Börsenzeiten sind Hochsaison für halb­seidene Verkäufer von ­angeblich sicheren Geldan­lagen. Sie werben mit hoch verzinslichen Inhaberschuldverschreibungen: 7 oder 8 Prozent bei 100-prozen­tiger Rückzahlung „ohne jedes Kurs­risiko“.

Nichts davon stimmt. Die Zinsen sind deshalb so hoch, weil dahinter Firmen mit schlechter Bonität stecken, die von keiner Bank mehr Geld bekommen. Sie sind hoch verschuldet, werben aber mit den tollsten Gewinnprognosen. Was 100-prozentige Rückzahlung bedeutet, zeigt gerade die Wohnungsbauge­sell­schaft Leipzig-West, die ­Papiere mit ähnlich hohen Zinsen herausgab: Sie ist pleite, den Anlegern droht Totalverlust. test hat schon vor Jahren vor den Leipzigern gewarnt. Und das Kursrisiko: Das entfällt nur, weil die Papiere gar nicht an der Börse gehandelt werden. Wo kein Kurs ermittelt wird, entstehen auch keine Schwan­kungen.

Natürlich gibt es auch Inhaberschuldverschreibungen von seriösen Unternehmen, zum Beispiel Banken und Sparkassen, die völlig in Ordnung sind. Doch da sind die Zinsen bescheidener: meist 3 bis 4 Prozent. So viel bekommen Sparer auch mit risikolosem Tagesgeld.

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