test warnt Meldung

„Korrigieren Sie fehlende Daten.“ Das verlangt ein Brief der Gewer­beauskunft-Zentrale. Absender ist eine GWE GmbH. Er geht an Selbst­ständige und Verbraucher. Er erscheint, als käme er von einer Behörde oder einem Gericht. Als gehe es nur darum, die Adresse zu prüfen: „Rück­antwort gebührenfrei.“ Von wegen: Wer unter­schreibt, erteilt den Auftrag für den Eintrag in ein Branchen­verzeichnis. „39,85 Euro monatlich, plus Umsatz­steuer, zwei Jahre verbindlich“, steht im Klein­gedruckten. Viel Geld für einen Eintrag, über den die IHK Aachen urteilt: „Das Papier nicht wert.“ Ein „Nutzlos­register“ sagen Verbraucherzentralen. Der Schutz­verband gegen Wirt­schafts­kriminalität meint: „Die Werbe­wirkung ist gering.“ Ähnlich zweifelhafte Register, die mit ähnlichen Briefen arbeiten, gibt es jede Menge. Der Bundes­anzeiger listet Dutzende auf: https://www.bundesanzeiger.de/download/anbieterliste.pdf.

Tipp: Wer eine Rechnung erhält, kann sie anfechten, sollte das aber möglichst schnell tun. Zwar hat die GWE vor Amts­gerichten mal gewonnen, mal verloren (AG Köln, Az. 114 C 128/11, AG Düssel­dorf, Az. 42 C 11568/11). Doch der Bundes­gerichts­hof hat kürzlich einen ähnlichen Brief als irreführend einge­stuft (Az. I ZR 157/10).

Ein GWE-Vertreter erklärte uns telefo­nisch, das Formular sei klar genug.

Dieser Artikel ist hilfreich. 116 Nutzer finden das hilfreich.

Mehr bei test.de