„Hallo, was meinst du, wer hier ist?“ So meldete sich ein Anrufer bei einer 86-Jährigen in Fürth. Hoch­erfreut glaubte die Frau, die Stimme ihres Enkels zu hören. Der Junge hatte ein Problem. Er hatte gerade sein Traum­auto gefunden, kam aber nicht an sein Konto: „Oma, kannst du aushelfen?“

Am Telefon war nicht der Enkel, sondern ein Betrüger. Organisierte Banden suchen im Telefon­buch Vornamen wie Alfons, Hedwig, Mecht­hild, um Senioren zu finden. Glaubt das Opfer, einen Verwandten zu erkennen, schlüpfen sie in dessen Rolle. Sie haben angeblich gerade einen Unfall gehabt, das Portemonnaie verloren, wurden bestohlen. Sie machen Zeit­druck, es eilt. Dem Opfer bleibt keine Zeit für Rück­sprache mit Vertrauten. Mitunter ruft später eine angebliche Bank an: „Ihr Enkel hat das Geld auf dem Konto. Wir zahlen es nächste Woche aus.“ Teils rufen die Täter sogar ein Taxi, das die Opfer zur Bank fährt. Danach der nächste Anruf: „Ich kann nicht kommen, ich schicke einen Anwalt, das Geld abzu-holen.“ In Sorge um ihren Enkel händigen gutgläubige Rentner Fremden oft Tausende Euro aus.Nahezu täglich berichten Polizei­dienst­stellen von der Masche. Es kann helfen, wenn Senioren ihren Vornamen im Telefon­buch abkürzen.

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