test warnt Meldung

Gott sei Dank: Ich hab noch 37 Jahre vor mir. Das sagt www.lebenserwartung.de. Nur einen kleinen Fragebogen ausfüllen, schon nennt der PC meine Restjahre. Die Überra­schung kommt Tage später: eine Rechnung über 30 Euro. Davon stand nichts im Internet. Oder doch?

Leider ja: Wer auf der Seite nach unten scrollt, findet eine Preisangabe. Ein Trick, den zahllose Seiten nutzen: schuldentipps, genealogie, testcars, Sternzeichen, Intelligenztests, Lehrstellen – die Liste lässt sich ewig verlängern. Immer entsteht der Eindruck, alles sei gratis. Doch im Kleinge­druck­ten stehen saftige Preise.

Unser Rat: Zahlen Sie nicht. Jurist Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern sieht viele rechtliche Mängel: das scheinbare Gratisangebot, der versteckte Preis, die unkorrekte Widerrufsbelehrung. Die Firmen wissen genau, dass sie vor Gericht kaum Chancen hätten. Erklären Sie den Widerruf und hilfsweise Anfechtung des Vertrags. Danach brauchen Sie auf Briefe von Inkassobüros nicht zu reagieren: „Das sind reine Drohgebärden“, meint Saller. Er kennt keinen Fall, indem das Geld eingeklagt wurde. Wenn wirklich ein Mahnbescheid vom Gericht kommt, sollten Sie Widerspruch einlegen.

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