test warnt Meldung

Wer im Telefonbuch das Einwohnermeldeamt oder die Kfz-Zulassungsstelle sucht, verirrt sich schnell. Geduldig müssen Stichwörter wie Bezirksamt, Senat, Stadt, Gemeinde oder Behörden durchforstet werden – so sieht fehlende Bürgernähe aus. Und das nutzen clevere Geschäftsleute aus: Unter „Einwohnermeldeamt“ steht zum Beispiel im Rostocker Telefonbuch die 3 77 75 85. Wer anruft, wird von einem Tonband als „Lieber Mitbürger“ begrüßt und an eine 0 190er Nummer verwiesen. Obwohl die Nummer weder von der Behörde geschaltet noch von ihr autorisiert ist und rein gar nichts mit dem Amt zu tun hat, entsteht der Eindruck, man sei mit der Stadtverwaltung verbunden. In Wahrheit hört der Anrufer für satte 1,86 Euro pro Minute langatmige Vorträge, zum Beispiel über notwendige Unterlagen zur An- oder Abmeldung.

Die Masche läuft in vielen Städten bundesweit, in Nürnberg, Schwerin, Unna oder Wiesbaden. Auch in PC-Telefonbüchern oder Internetverzeichnissen stehen unter dem Stichwort Einwohnermeldeamt Nummern, die mit der Behörde nichts zu tun haben. Sogar die Telefonauskunft der Deutschen Telekom nennt die falschen Rufnummern.

Dahinter steckt die itelkom aus Herne, die nach eigenen Angaben mit 0 190er Nummern handelt. Ihr das Handwerk zu legen, sieht sich die Telekom außerstande: „Diese 0 190er Nummern werden nicht von uns vergeben, sondern von einem anderen Betreiber, wir verdienen daran keinen Cent.“ Auch die Regulierungsbehörde gibt sich hilflos: „Wir haben kein Vertragsverhältnis mit dem Anbieter.“ Bleibt nur der Tipp: Im Telefonbuch nur mit Vorsicht unter „Einwohnermeldeamt“ suchen.

Übrigens: Das echte Meldeamt von Rostock steht unter „Ortsamt“!

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