test warnt Brandgefähr­liche Himmels­laternen

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Atemberaubend, unver­gess­lich, einzig­artig, Romantik pur: So werben Internetläden für Himmels­laternen. Das sind kleine Papierballons – 50 bis 80 Zenti­meter groß. Unten hängt in einer Öffnung ein Brenn­körper. Wird er entzündet, steigt die Laterne wie ein Heiß­luft­ballon auf, oft 500 Meter hoch. Hochzeits­paare schreiben ihre Wünsche auf die Hülle und schi­cken sie so in den Himmel. Das ist brandgefähr­lich.

Gericht macht Bräu­tigam haft­bar

Ein Braut­paar aus Hessen muss rund 300 000 Euro zahlen. Die Hochzeits­gäste hatten Himmels­laternen gezündet. Eine war auf ein Gehöft gesegelt, das abbrannte. Das Ober­landes­gericht Frank­furt/Main machte den Bräu­tigam haft­bar. Er hätte als Mit­organisator des Festes das Entzünden der Laternen unterbinden müssen (Az. 24 U 108/14).

Himmels­laternen fast über­all verboten

Im Internet wimmelt es von Angeboten, auch auf Ebay oder Amazon. Ausführ­lich steht dort, wie schön die Laternen leuchten – aber fast nie eine Warnung. „Hergestellt aus schwer entflamm­barem Reis­papier“, heißt es statt­dessen beruhigend. Dennoch können die Teile Feuer fangen, auch schon im Flug. „Sie sind unbe­rechen­bar“, warnt Presse­sprecherin Silvia Darm­städter vom Feuerwehr­verband. Die Laternen sind in allen Bundes­ländern verboten – entweder generell oder der Nutzer muss eine Genehmigung einholen. Die wird im Regelfall nicht erteilt.

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halsbandschnaepper am 05.10.2015 um 08:26 Uhr
In Österreich ist auch der Verkauf verboten..

Österreich macht es richtig dort ist "das Feilhalten, Verkaufen, Einführen, unentgeltliche Abgeben oder Verteilen eines Produktes sowie seine Anwendung oder Überlassung im Rahmen einer Dienstleistung“ verboten. Was soll der Unsinn dass man das in Deutschland kaufen kann aber nicht nutzten darf? Da müsste ein bundesweites Verbot her, wie in Österreich.
http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2009_II_423/BGBLA_2009_II_423.pdf