test warnt Meldung

„Stur bleiben, nicht zahlen!“ Das empfiehlt sich für Opfer von Internetabzockern. Es geht um Seiten, die aussehen, als seien sie gratis. Wobei alles Mögliche angeboten wird: Ahnenforschung, Rezepte, Gedichte, Witze und vieles mehr. Die saftigen Preise sind klein gedruckt versteckt. Die Rechnung, meist um die 60 Euro, folgt per Post. Wer nicht zahlt, erhält Mahnungen und Droh-Mails – und irgendwann gar nichts mehr.

Doch nun – oft über ein Jahr später – erhalten viele Betroffene Post von Rechtsanwältin Katja Günther aus München. Die will das Geld und teure Anwaltskosten eintreiben. Dabei ist im Regelfall gar kein Vertrag zustande gekommen. Denn die Preise auf den Internetseiten wurden nicht klar genug genannt (Amtsgericht München, Az. 161 C 23695/06 und Landgericht Hanau, Az. 9 O 870/07).

„Offenbar soll der Berufsstand Anwalt dafür herhalten, Verbraucher einzuschüchtern“, vermutet Jurist Norbert Richter von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Perfide droht Anwältin Günther auch mit einem Schufa-Eintrag. Dabei dokumentiert die Schufa strittige Forderungen gar nicht. Und sie hat den Vertrag mit der Anwältin zum 31. März beendet.

Der Rechtsanwaltskammer München liegen Beschwerden gegen die Anwältin vor. Es wurde ein berufsrechtliches Verfahren eingeleitet.

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