test warnt Meldung

„Machen Sie mit: 50 000 Euro zu gewinnen. Alles gratis!“ Bei solchen Gewinnspielen in Fußgängerzonen, Einkaufszentren oder Bahnhöfen geht es vor allem um eines: möglichst viele Unterschriften zu sammeln. Die Preisausschreiben sind eine Masche von Adresshändlern. Für viel Geld verkaufen sie die Gewinnspielkarten, die der Verbraucher mit Name, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer ausfüllen muss, an Firmen. Auf den Kärtchen stehen merkwürdige Sätze wie: „Erweiterte Widerrufsgarantie! Ja, ich wünsche telefonisch weitere Informationen vorbe­haltlich meines Widerrufsrechts! Dies bestätige ich mit meiner Unterschrift.“ Wer unterschreibt, kann sich bald vor Werbeanrufen nicht mehr retten. Die Unterschrift soll als Beweis dienen, dass der Kunde den Anrufen zugestimmt hat.

Tipp: Diese untergeschobenen Einverständnisse sind unwirksam. Die Unterschrift auf der Gewinnspielkarte reicht nicht als Zustimmung zu Werbeanrufen, urteilte das Land­gericht Düsseldorf (Az. 38 O 145/06). Auch das Oberlandesgericht Hamm kippte die Klausel ­eines Handy­anbieters, die Anrufe mit „weiteren in­teressanten Infos“ erlauben sollte (Az. 4 U 78/06).

Dieser Artikel ist hilfreich. 101 Nutzer finden das hilfreich.