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Dass der Staat Finanzhaie steuerlich fördert, scheint unglaublich – ist aber wahr. „Obwohl über 90 Prozent der Angebote am grauen Kapitalmarkt unseriös sind, werden atypisch stille Beteiligungen begünstigt“, schimpft Volker Pietsch, Finanzexperte der Berliner Verbraucherzentrale (VZ). Deutschland gilt weltweit als Eldorado für Wirtschaftskriminelle, stellt die Uni Bamberg fest. Kaum irgendwo lassen Staat und Justiz die Opfer so im Stich. Jährlich versickern so 20 bis 25 Milliarden Euro.

Vor allem Steuervorteile werden als Verkaufsargument für atypisch stille Beteiligungen genutzt, die es als Einmalanlage oder Ratensparplan gibt. Das Geld wandert in Sachwerte wie Immobilien, was für viele vom Börsencrash gebeutelte Anleger wie ein sicherer Hafen klingt. Doch in Wahrheit wird der Sparer Mitunternehmer einer Gesellschaft. Für Verluste steht er bis zur kompletten Höhe seiner Einlage gerade. Die Laufzeiten betragen zwischen 10 und 30 Jahren, ein vorzeitiger Ausstieg ist in der Regel mit großen Verlusten verbunden.

Zwar muss der Anlagepros­pekt auf die Risiken hinweisen, was oft auch geschieht. Doch im Verkaufsgespräch werden die Gefahren heruntergespielt, nach dem Motto: „Selbst bei harmlosen Medikamenten stehen auf dem Beipackzettel die unglaublichsten Risiken.“ Vermittelt werden die riskanten Beteiligungen oft von Bekannten. Oder es rufen Gauner unaufgefordert an, obwohl solche „kalten Anrufe“ verboten sind.

Tipp: Wer hereingefallen ist, sollte sich an eine VZ wenden. Weitere Infos zum grauen Kapitalmarkt: Warnliste mit 250 schwarzen Schafen.

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