Meine Firma bietet an, dass Mitarbeiter durch Mehrarbeit über die nächsten Jahre ein Zeitguthaben aufbauen und dann früher in Rente gehen können. Aber was passiert, wenn die Firma pleite ist?

Das hängt davon ab, ob Ihr Chef die Arbeitszeitkonten gegen den Fall einer Insolvenz abgesichert hat. Derzeit ist das nur bei jedem fünften Betrieb, der solche Zeitguthaben anbietet, der Fall, ergab eine Gewerkschaftsstudie.

Folge: Geht das Unternehmen Pleite, haben Sie all Ihre Überstunden umsonst geleistet. Sie erhalten weder Bezahlung noch Freizeitausgleich. So haben bei der Insolvenz der Babcock-Borsig AG mehr als 150 Beschäftigte Zeitguthaben im Wert von teils über 100 000 ­Euro verloren. Fragen Sie also Ihren Chef, ob er einen Insolvenzschutz abgeschlossen hat. Dessen Kosten sind nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes eher gering angesichts der Vorteile, die solche Arbeitszeitkonten dem Unternehmen bieten: variable Anpassung der Arbeitszeit an Marktschwankungen oder Einsparung der Überstundenzuschläge, die sonst anfallen würden. Darüber hinaus wirkt die Lohnstundung mit dem Zeitguthaben wie ein zinsfreier Kredit, den der Arbeitnehmer der Firma gewährt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 470 Nutzer finden das hilfreich.