Eine Digitalkamera stand für 149 Euro im Regal. Doch an der Kasse sollte ich 249 Euro zahlen: Die Kamera sei falsch ausgepreist, erklärte der Kassierer. Hat denn der Preis auf dem Etikett keine Rechtsgültigkeit?

Nein, hat er nicht. Juristisch gesehen kommt ein Kaufvertrag zustande, indem die eine Seite ein Angebot abgibt und die andere Seite es annimmt. Der Preis am Regal gilt aber nicht als Vertragsangebot – auch wenn Verbraucher das so empfinden. Er gilt vielmehr als Einladung an den Kunden, ein Angebot abzugeben. Und das tut er in dem Moment, wo er die Ware aufs Band an der Kasse legt. Tippt der Verkäufer den Preis ein, ist das die Vertragsannahme. Bis dahin darf er auf einen Irrtum verweisen und einen neuen Preis nennen. Dann hat der Kunde die Wahl, sein Angebot zurückzuziehen oder in den sauren Apfel zu beißen.

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