Gleich nach dem ersten Leitungswasserschaden hat die Gebäudeversicherung zwar bezahlt, aber auch sofort den Vertrag gekündigt. Dürfen die das?

Ja. Nach jedem Schadensfall hat der Versicherer das Recht, den Vertrag außerordentlich zu kündigen – der Kunde übrigens auch. In letzter Zeit scheinen sich diese Fälle zu häufen, vor allem bei Altbauten. Grund ist wohl, dass Leitungswasserschäden enorm zunehmen. Sie machen in der Gebäudeversicherung, die auch Sturm und Feuer umfasst, mittlerweile den größten Teil aus: 1,7 Milliarden Euro jährlich, Sturm und Feuer dagegen zusammen knapp 1,5 Milliarden Euro. Offenbar sanieren viele Eigentümer ihr Rohrnetz zu spät – im sicheren Wissen: Bei einem Schaden zahlt die Versicherung. Die Unternehmen hingegen argumentieren, die Police sei für unvorhergesehene Schäden da, nicht um notwendige Renovierungen zu sparen. Einige bieten an, den Vertrag mit Selbstbeteiligung fortzu­setzen. Ansonsten bleibt der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Dort müssen Sie aber mit Risikozuschlägen rechnen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 359 Nutzer finden das hilfreich.