Ich bin beruflich viel unterwegs. Vor kurzem kam ich zu einem wichtigen Termin zu spät, weil der gebuchte Flug gestrichen wurde. Ich musste zwei Stunden auf die nächste Verbindung warten. Muss man das hinnehmen?

Nein, denn die Airline ist an den geschlossenen Vertrag genauso gebunden wie der Fluggast. Sie schuldet dem Kunden nicht nur den Flug von A nach B, sondern den Flug zu einer bestimmten Zeit. Ist dies nicht möglich, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten und den Preis zurückverlangen.

Ob darüber hinaus noch Schadenersatz gefordert werden kann, hängt davon ab, ob die Fluggesellschaft die Annullierung zu vertreten hat oder nicht. Keinen Schadenersatz gibt es zum Beispiel bei höherer Gewalt (Unwetter) oder einem Fluglotsenstreik. Ein technischer Defekt geht dagegen zulasten der Airline. Der Schadenersatz beläuft sich in der Regel auf die Kosten für den nächsten erreichbaren Ersatzflug. Handelt es sich jedoch nur um eine Unannehmlichkeit für den Fluggast, geht er leer aus.

Nach der EU-Verordnung 295/91, die die Fluggastrechte bei Überbuchungen, Verspätungen und Annullierungen neu regelt, erhalten Fluggäste in Zukunft denselben finanziellen Ausgleich wie bei Überbuchungen, zum Beispiel bei Flügen bis 1 500 Kilometer 250 Euro. Oder die Airline kann einen sehr zeitnahen Ersatzflug anbieten. Die Verordnung tritt in etwa einem Jahr in Kraft.

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