test Oktober 2003 Blei im Trinkwasser: Alte Rohre müssen raus

Das Trinkwasser hat in Deutschland meist eine hervorragende Qualität. Wo es allerdings noch durch alte Leitungen aus Blei fließt, ist die Gesundheit gefährdet und es droht Gefahr für kleine Kinder. Ab Ende November gilt ein niedrigerer Grenzwert für die Bleibelastung des deutschen Trinkwassers.

Statt der bislang erlaubten 40 Mikrogramm Blei darf ein Liter Trinkwasser bald nicht mehr als 25 Mikrogramm enthalten. Hausbesitzer sollen so gezwungen werden, die alten Leitungen auszutauschen, denn schon kleinste Mengen Blei können das Nervensystem beeinträchtigen. Gefährdet sind vor allem Schwangere und kleine Kinder. Eine Studie aus den USA ergab, dass der Intelligenzquotient von kleinen Kindern mit zunehmender Bleibelastung sinkt. Säuglingsnahrung sollte deshalb niemals mit Wasser aus Bleileitungen zubereitet werden. Ratsam ist es in jedem Fall, das abgestandene Wasser („Stagnationswasser“) vorm Trinken oder Kochen großzügig ablaufen zu lassen. Wer in einem alten Gebäude wohnt, sollte beim Eigentümer und zusätzlich beim Wasserversorgungsunternehmen nachfragen, ob die Hausinstallation oder die Anschlussleitung noch aus Blei sind. Im Unterschied zu Kupfer- und Stahlleitungen sind Bleirohre oft leicht gebogen und klingen beim Draufklopfen mit einem Schraubenzieher dumpf. Ihre Oberfläche ist zudem relativ weich.

Wer befürchtet, dass Bleirohre die Qualität seines Trinkwassers beeinträchtigen, kann eine Wasserprobe bei der Stiftung Warentest untersuchen lassen. Ein Teilnahmekupon ist im Internet unter www.test.de/analysen abrufbar oder per Telefon (01805/002467) und Faxabruf (01805/88768302) erhältlich. Der Preis für die Messung beträgt 26 Euro und beinhaltet Erläuterungen und Ratschläge. Bei Fragen zur Trinkwasseruntersuchung stehen Berater der Stiftung Warentest immer donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr unter der Rufnummer 030/26312900 zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zu Blei im Trinkwasser finden sich in der Oktober-Ausgabe von test.

0 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Kontakt

Wenn Sie über die Stiftung Warentest berichten oder Expertinnen und Experten interviewen möchten, kontaktieren Sie das Kommunikations-Team.