test April 2004 Honig: Alles andere als ein Genuss - Mehr als die Hälfte „mangelhaft“

Teurer Sortenhonig war schlichter Blütenhonig. Rückstände von Bienenvertreibungs- und Arzneimitteln, Schadstoffe im Deckel: Der Test von 34 Honigen – 19 Mischblüten- und 15 Sortenhonige – war kein Honigschlecken. Mehr als die Hälfte der untersuchten Honige erhielt von der Stiftung Warentest ein „mangelhaftes“ Urteil. Diese Produkte dürften gar nicht als Honig oder unter der Sortenbezeichnung verkauft werden, so die Zeitschrift test in ihrer neuesten Ausgabe.

Rückstände von Medikamenten, Industriezucker, Stärke oder andere Fremdstoffe haben im Honig nichts zu suchen. Vier Honige, darunter zwei Bio-Honige, waren so stark mit Antibiotika belastet, dass sie nicht hätten verkauft werden dürfen. Das Antibiotikum, das in zwei dieser Honige nachgewiesen wurde, gilt als Krebs erzeugend und Erbgut schädigend. In den Metalldeckeln von fünf Honigen fanden die Tester Semicarbazid, die Honige waren allerdings unbelastet.

Gleich sieben untersuchte Mischblütenhonige ließen in Geruch und Geschmack zu wünschen übrig. Bei einigen schmeckten die Experten klar Phenylacetaldehyd heraus, ein sogenanntes Bee Repellent, das Imker bei der Honigernte einsetzen. Honige mit fremden Geruch oder Geschmack dürfen allenfalls noch als Back- oder Industriehonig verkauft werden, nicht aber als Honig. Bei neun Honigen mit Sortenbezeichnung deckten die Tester durch Geschmacksprüfung, Pollenanalyse und chemische Prüfung im Labor Etikettenschwindel auf. Dabei stellten sie fest, dass die vergleichsweise teuren Sortenhonige schlichte Blütenhonige waren. Ausführliche Informationen zum Honig finden sich unter www.test.de/honig.

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