test April 2003 Glückssache: Medizinische Beratung im Internet

Der Besuch beim Cyber-Doc ist einfach, schnell und bequem. Doch sein Rat ist oft falsch. Das ergab eine Stichprobe der Stiftung Warentest bei 19 allgemein zugänglichen, kostenlosen Gesundheitsforen und zwei kostenpflichtigen E-Mail-Auskunftsdiensten, die jeweils von Ärzten betreut werden. Die Qualität der Antworten variierte von sehr gut bis sehr schlecht. Deshalb rät die Zeitschrift test in ihrer April-Ausgabe zur Vorsicht bei der medizinische Beratung im Internet.

Die Anfragen – von der Brustkrebsvorsorge bis zur Zeckengefahr – eigneten sich für eine schriftliche Beratung ohne Arztkontakt, körperliche Untersuchung und Laborwerte. Die Stiftung erfasste Lehrbuch- und Statistikwissen, fragte nach den Therapiemöglichkeiten mit einem neuen, in Deutschland noch nicht zugelassenen Medikament und überprüfte, ob die Internet-Ärzte über aktuelle Risiken informiert sind. Zum Beispiel durch die Frage, ob Kinder in einer bestimmten Region durch Zecken gefährdet sind. Dazu gab es nur einmal die richtige Antwort. Fehlt eine Impfempfehlung, kann das für Kinder besonders gefährlich werden.

In den Foren wurden die Anfragen in der Regel zügig beantwortet. Dabei landeten die Internet-Ärzte einige Treffer, lagen aber meist voll daneben. Richtig und vollständig beantworteten sie nur vier von 24 Fragen. Die Tester empfehlen, medizinische Fragen am besten in mehreren Foren verschiedener Anbieter zu stellen und die Antworten zu vergleichen. Auch bezahlte Auskünfte garantieren nicht immer fachliche Qualität. Das Internet kann dabei helfen, sich auf einen Arztbesuch vorzubereiten oder hinterher die Informationen zu vertiefen. Es kann den Arztbesuch jedoch nicht ersetzen. Ausführliche Informationen zur medizinischen Beratung im Internet finden sich in der April-Ausgabe von test.

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