Urteil im Rechtsstreit um Gesichtscreme von Uschi Glas Landgericht Berlin gibt Stiftung Warentest in allen Punkten Recht

Nachdem der Rechtsstreit zwischen der Firma 4 S-marketing GmbH und der Stiftung Warentest um ein „Mangelhaftes“ Testurteil für die „Uschi Glas hautnah Face Cream“ am 14. April 2005 zugunsten der Verbraucherschützer entschieden worden ist, liegt nun die Urteilsbegründung des Landgerichts Berlin (Aktenz.: 27.O.922/04) vor. Daraus ergibt sich, dass das Landgericht der Stiftung Warentest in allen wesentlichen Punkten Recht gibt.

Demnach sieht es das Gericht als erwiesen an, dass der Test neutral, objektiv und sachkundig durchgeführt wurde und sowohl die Art des Vorgehens bei der Prüfung als auch die aus der Untersuchung geschlossenen Schlüsse vertretbar sind. Wörtlich heißt es: “Die beanstandeten Aussagen und das darauf beruhende Testurteil „mangelhaft“ sind, entgegen der Ansicht der Klägerin, zulässig“. Das beauftragte Institut sei neutral gewesen.

Wörtlich heißt es hierzu: “Dass das Prüfinstitut Schrader gegen die bei vergleichenden Warentests gebotene Neutralität verstoßen hätte, ist weder nachvollziehbar dargetan noch sonstwie ersichtlich“. Die behaupteten Hautreizungen bei den Testpersonen seien in fachlich einwandfreier Weise zutreffend ermittelt worden. Hierzu heißt es im Urteil, es sei „weder dargetan, noch ersichtlich ...., dass ausgerechnet auf das Produkt „Face Cream“ solche Probandinnen angesetzt worden wären, die Hauterkrankungen aufgewiesen bzw. Medikamente eingenommen hätten, während bei den untersuchten Produkten der Konkurrenz gesunde Personen, die keine Medikamente genommen haben, ausgewählt worden wären.

Das würde bedeuten, dass der Test bewußt zu Lasten der Klägerin manipuliert worden sein müsste, was gänzlich fern liegt. Da die Konkurrenzprodukte nicht zu den Problemen geführt haben, die bei dem streitgegenständlichen Produkt festgestellt wurden, kann das also nicht an den untersuchten Probanden gelegen haben“, und weiter,“ Entscheidend ist ..., dass geeignete Testpersonen ausgewählt wurden, woran die Kammer keinen Zweifel hat.“ Zudem hätten die Testpersonen – bei jedem Produkt im Test 30 bzw. 29 Probandinnen – nicht gewusst, welches Produkt sie getestet hätten. Die Klägerin habe im Übrigen konkrete Prüfungsfehler nicht benennen bzw. deutlich machen können. Bei der korrekten Vorgehensweise der Stiftung Warentest seien außerdem „keine Anhaltspunkte dafür erkennbar, das es bei der Beklagten um eine Schmähung des Produkts der Klägerin ging“.

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

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