Stiftung Warentest Bahntickets bei Lidl: Tarifdschungel immer undurchschaubarer

Ab dem 19. Mai verkauft der Lebebensmitteldiscounter Lidl Tickets der Deutschen Bahn. Für 49,90 Euro gibt es zwei Fahrkarten, die deutschlandweit gelten. Das Angebot rechnet sich allerdings längst nicht für jeden. Die Stiftung Warentest hat ermittelt, dass es vor allem für kurze und mittlere Strecken oft günstigere Angebote gibt.

Die Deutsche Bahn behauptet, dass sich das Angebot bereits für eine Bahnfahrt ab etwa 160 Kilometer rechne. Doch tatsächlich gelangen viele Kunden auch bei längeren Reisen mit anderen Fahrkarten preiswerter ans Ziel: Vor allem wenn mehrere Personen gemeinsam fahren, sind zum Beispiel Schönes-Wochenende-Ticket, Länder-Tickets oder die Sparpreise oft günstiger. Den beliebten Mitfahrerrabatt gibt es beim Lidl-Ticket nicht. Auch für viele Familien ist das Billigangebot nicht lohnend: Während andere Bahntickets häufig die kostenlose Mitnahme von Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren ermöglichen, werden diese Sprösslinge beim Lidl-Ticket wie Erwachsene zur Kasse gebeten.

Die Stiftung Warentest hatte vor kurzem erhebliche Mängel bei der Preisberatung der Deutschen Bahn festgestellt. Jetzt kritisieren die Verbraucherschützer, dass an einer Discounter-Kasse Preisvergleiche und Kundeninformation erst recht nicht zu erwarten sind. Gerade die von der Bahn erhofften Neukunden bedürfen aber einer besonders guten Betreuung. Andernfalls ist zu befürchten, dass viele von ihnen zu den Hauptverkehrszeiten in übervollen Zügen ohne Platzkarten mit Stehplätzen vorlieb nehmen müssen. Tipps zum Billigfahren mit der Bahn und eine Preistabelle: Ersparnisse mit Lidl-Tickets finden sich bei test.de.

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