Stiftung Warentest bedauert Abbruch der Gespräche mit dem OK Vorstand der Stiftung: “Der Sache nicht dienlich“

Die Stiftung Warentest bedauert, dass das Organisationskommitee der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 keine weiteren Gespräche zur Stadiensicherheit führen will. Der Vorstand der Stiftung, Dr. Werner Brinkmann, sagt dazu: „Wir finden die Haltung unverständlich und der Sache nicht dienlich. Wir haben dem OK ausdrücklich angeboten, unser komplettes Gutachten einzusehen und gemeinsam mit den Betreibern der Stadien die Mängel zu besprechen.“

Besonders die in einer Pressemitteilung des OK gegebene Begründung sei für die Stiftung unverständlich, so Brinkmann. Denn dort werde die Position der Stiftung in Teilen falsch wiedergegeben. So hat sich die Stiftung in ihrer Untersuchung nicht gegen eine gezielte Entfluchtung der Stadien nach außen ausgesprochen. Es sollte aber, wenn eine Panik ausbricht oder die normalen Rettungswege versperrt sind, zusätzlich die Möglichkeit geben, dass die Zuschauer auch auf das Spielfeld flüchten können.

Dass dies erforderlich sein kann, zeigte das bei einer Evakuierungsübung im Berliner Olympiastadion angenommene Szenario im November letzten Jahres: Aufgrund einer angenommenen Bombendrohung waren die normalen Fluchtwege nicht nutzbar und die Zuschauer wurden auf das Spielfeld evakuiert. Da hierfür nur eine Behelfsbrücke für die Überwindung des Reportergrabens zur Verfügung stand, die erst installiert werden musste, dauerte die Evakuierung unakzeptabel lang.

Auch die Darstellung des OK, die in Kaiserslautern festgestellten Mängel seien darauf zurückzuführen, dass die Tribüne sich zum Zeitpunkt der Untersuchung noch im Bau befand, ist nicht zutreffend. Mängel wurden nur an der Nordtribüne kritisiert, die zum Zeitpunkt der Inspektion baulich fertiggestellt war.

Alle Inspektionen der 12 WM-Stadien sind im Herbst letzten Jahres gemeinsam mit den Stadionbetreibern durchgeführt worden. Im Vorfeld ist das Untersuchungsprogramm gemeinsam mit Stadionbetreibern und OK ohne grundlegenden Widerspruch erörtert worden.

Im Interesse der Sicherheit der Zuschauer steht die Stiftung Warentest für weitere Gespräche sowohl mit dem OK als auch mit den Stadionbetreibern zur Verfügung.

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