Stiftung Warentest Deutsche Bahn AG - Bis zu 90 Prozent Zuschlag

Das klingt harmlos: Um durchschnittlich 3,1 Prozent steigen zum 12. Dezember die Fahrpreise im Fernverkehr, teilte die Deutsche Bahn AG mit. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Steigerungsrate gilt nur für Alleinreisende. Für Kleingruppen steigt der Preis wesentlich stärker. Grund: Bislang zahlten Mitfahrer stets nur die Hälfte des zusätzlichen Fahrpreises. Der Mitfahrerrabatt fällt jetzt für normale Bahnfahrten ohne weitere Vergünstigungen weg. Die Folge: Fünfköpfige Gruppen zahlen für Fahrten zweiter Klasse bis zu 87,1 Prozent mehr als bisher.

Immerhin: Die drastische Fahrpreiserhöhung für bis zu fünfköpfige Gruppen gilt – zumindest bis Dezember 2005 – nicht für Bahncardinhaber und auch nicht für Sparpreis-Frühbucher. Sie behalten den alten Mitfahrerabatt. Für spontane Bahnfahrten ohne Bahncard fällt der Mitfahrerrabatt jedoch ersatzlos weg. Bei den von der Rabattstreichung betroffenen Kleingruppenfahrten manövriert die Bahn sich im Vergleich zum Auto schlagartig ins Abseits.

Trotz der drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise wird Bahnfahren für Kleingruppen in aller Regel deutlich teurer als die Fahrt mit dem Auto. Dabei war die Konkurrenz zum Auto der eigentliche Grund für die Einführung des Mitfahrerrabatts. Besonders stark wirkt sich die Preiserhöhung bei Reiseentfernungen von 400 bis 750 Kilometer, bei Fahrten über die beschleunigte Strecke Berlin-Hamburg und bei 1.Klasse-Reisen aus. Beispiele für die Erhöhung ausgewählter Bahnpreise finden sich in der beigefügten Tabelle. Weitere Informationen zur Bahnpreiserhöhung finden sich bei test.de

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