15.02.2011

Solar­anlage aufs Dach: In manchen Bundes­ländern wird eine Baugenehmigung verlangt

Die Zeit­schrift Finanztest weist in ihrer März-Ausgabe auf eine erhebliche Rechts­unsicherheit für Betreiber von Solar­strom­anlagen hin. In den Bauordnungen der Bundes­länder steht zwar, dass für Solar­anlagen auf Gebäuden keine Genehmigung nötig ist. Wenn die Eigentümer den Strom jedoch ins öffent­liche Netz speisen, kann die Anlage doch genehmigungs­pflichtig sein. In reinen Wohn­gebieten kann das Bauamt die Anlage sogar verbieten.

Die Rechts­lage ist kompliziert und wird unterschiedlich ausgelegt. In Nieder­sachsen brauchen Haus­eigentümer eine Baugenehmigung, wenn sie Solar­strom ganz oder über­wiegend ins Netz speisen. Das tun fast alle, weil sich die Anlage sonst nicht rechnet. Die oberste Baubehörde des Bundes­lands stuft die Netz­einspeisung als gewerb­liche Gebäuden­utzung ein, die in allgemeinen Wohn­gebieten nur ausnahms­weise und in reinen Wohn­gebieten gar nicht zulässig ist. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist eine Genehmigung nötig, wenn der Strom nicht über­wiegend selbst verbraucht wird.

In Bayern und Baden-Württem­berg brauchen Haus­eigentümer dagegen selbst dann keine Genehmigung, wenn sie den Solar­strom komplett an den Netz­betreiber verkaufen. Das gleiche gilt zum Beispiel in Berlin, Bremen und Hamburg.

Finanztest empfiehlt, vor dem Bau einer Solar­anlage bei den örtlichen Behörden nach­zufragen. Wer schon ohne Genehmigung eine Anlage auf dem Dach hat sollte am besten gar nichts unternehmen. Sollte es irgend­wann einmal Ärger geben, kann man sich auch dann noch um eine Genehmigung kümmern.

Mehr zum Thema Solar­strom­anlage findet sich in der März-Ausgabe der Zeit­schrift Finanztest und unter www.test.de/strom.