Sicherheit in WM-Stadien Viermal die rote Karte

Im Falle einer Panik können die baulichen Mängel einiger WM-Stadien verheerende Folgen haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung der Sicherheit in den 12 deutschen Fußball-WM-Stadien, die in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test veröffentlicht ist.

Dem Olympia-Stadion in Berlin, der Veltins-Arena in Gelsenkichen und dem Zentralstadion in Leipzig bescheinigen die Tester „erhebliche Mängel“, sollte eine Panik ausbrechen. Die Bewegungsrichtung ist in diesem Fall eindeutig: Die Masse strömt nach vorn in Richtung Spielfeld. Wenn diese Fluchtmöglichkeit versperrt ist, wie bei den Stadien vorgefunden, kann das zur tödlichen Falle werden. Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern zeigte „erhebliche Mängel“ u.a. bei der Vermeidung von Bewaffnung und beim Brandschutz.

„Deutliche Mängel“ fanden die Tester bei den Stadien in Hamburg, Frankfurt/Main, Dortmund und Stuttgart. Hier kritisieren sie z.B. mangelnde Fluchtmöglichkeiten, Stolpergefahren, unregelmäßige Treppenstufen und unzureichenden Brandschutz. Der Grundsatz der Fifa-Sicherheitsrichtlinien, wonach die Stadien „in baulicher und technischer Hinsicht dem neuesten Stand der Sicherheitserfordernisse entsprechen müssen“, wird derzeit in einigen Stadien längst nicht erfüllt.

Dass es baulich möglich ist, die Staudruck-Risiken zu reduzieren, zeigen die Stadien in Hannover, Nürnberg und Köln, die ausreichende Fluchtmöglichkeiten bieten. Wie diesen Stadien bescheinigten die Tester auch der Allianz-Arena in München nur „geringe Mängel“ und vergaben überwiegend gute Noten.

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