Regionale Lebensmittel: Die Herkunftsangaben stimmen, aber Landidylle sieht anders aus

Bei einem Test von 29 regionalen Lebensmitteln fand die Stiftung Warentest bei der Herkunftsanalyse keine Schummeleien. Doch mehr als die Herkunft aus einer bestimmten Region können Verbraucher von regionalen Lebensmitteln häufig nicht erwarten. Bei mehreren Produkten gibt es lange Transportwege, zum Beispiel weil sie über weite Strecken in den Handel gefahren werden, oft enttäuscht auch der Tierschutz. Die Tester hatten für die Juli-Ausgabe der Zeitschrift test Apfelsäfte, Eier und Milch mit regionaler Auslobung aus den Großräumen Berlin, Köln und München mittels chemischer Herkunftsanalyse ermittelt. Außerdem haben sie die Anbieter zu Herkunft der Zutaten sowie Verpackungs- und Verkaufsort befragt und die Angaben vor Ort überprüft.

Nur 11 der 29 Anbieter stellen ihre Regionalität sehr glaubwürdig unter Beweis. Oft sind das Bioprodukte oder Produkte von Regionalinitiativen, etwa Apfelsaft von Bio Company, Milch von Ökodorf Brodowin und Unser Land sowie Eier von Feneberg/Von Hier.

Bei anderen Produkten liegen Hunderte Kilometer zwischen dem Verarbeitungsvertrieb und dem Handel, in kleinen Betrieben gelten keine Tarifverträge oder hinter der beworbenen ländlichen Idylle steckt Massentierhaltung. Bei 7 der 13 Eier-Legebetriebe haben die Hennen keinen Auslauf im Freien und leben zu tausenden im Stall.

Für Verbraucher ist es schwer, falsche Regionalprodukte zu entlarven. Es fehlt ein einheitliches verlässliches Logo – ähnlich wie das EU-Biosiegel.

Der ausführliche Test Regionale Lebensmittel erscheint in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 28.06.2013 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/regionale-lebensmittel abrufbar.

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