Rating­agenturen Krasse Fehl­urteile haben System

Auf Urteile von Rating­agenturen können sich Anleger in geschlossenen Fonds nicht verlassen. Reihen­weise haben sich die Agenturen in der Vergangenheit krasse Fehl­urteile geleistet. Das zeigt eine Unter­suchung der Stiftung Warentest in der Dezember-Ausgabe der Zeit­schrift Finanztest. Häufig gab es Bestnoten für Fonds, die inzwischen pleite sind.

So vergab G.U.B. regel­mäßig die Bestnote Dreifach-Plus an die Falk-Fonds, die inzwischen pleite sind. Auch sämtliche Immobilienfonds der Landes­bank Berlin bekamen ein Dreifach-Plus. Einige gingen pleite, andere bescherten ihren Anlegern hohe Verluste. Und die Checkanalyse der Unter­nehmens­analyse Stephan Appel bescheinigte anfangs dem Immobilienfonds Trias 3 der E.G.M.B. eine hohe Qualität, obwohl der Verkaufs­prospekt nur so von Fehlern strotzte. Auch dieser Fonds ist mitt­lerweile pleite.

Auch aktuelle Ratings fallen oft viel zu opti­mistisch aus. In insgesamt 25 Ratings aus den Jahren 2008 und 2009 wurde das Urteil „Gut“ nur viermal unter­schritten. Selbst reine Blindpool-Fonds bekommen gute und sehr gute Ratings. Dabei steht hier noch nicht einmal fest, in welche Objekte das Geld der Anleger fließen soll.

Der Grund liegt auf der Hand: Auftrag­geber und Abnehmer von Ratings sind in aller Regel die Fondsanbieter selbst. Sie sind aber nur an guten Noten interes­siert, mit denen sie für ihr Produkt werben können. Fällt ein Urteil schlecht aus, ist die Agentur den Auftrag­geber in der Regel los. Haften müssen die Rating­agenturen für ihre Urteile bisher nicht.

Der ausführ­liche Bericht findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeit­schrift Finanztest und unter www.test.de/ratingagenturen.

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