27.04.2011

Pünkt­lich­keit der Bahn: Geheime Bilanz: Jeder dritte Fern­zug zu spät

Jeder dritte Fern­zug hatte 6 bis 30 und mehr Minuten Verspätung, am wenigsten Verlass ist auf Nacht­züge, ICE und Eurocity. Da die Regionalzüge – anders als in der Vergangenheit – häufig nicht mehr auf Anschluss­reisende warten, verpassten die Kunden oft ihre Anschluss­züge. Dies geht aus einer Auswertung der Zeit­schrift test hervor, die von Anfang Juli 2010 bis Ende Februar 2011 mehr als 1,3 Mio. Ankunfts­zeiten von Fern- und Regionalzügen in 20 Bahnhöfen ermittelte. Der Konzern hält die Statistik geheim, obwohl sie über die „Ist mein Zug pünkt­lich?“-Webseite auf www.bahn.de ermittelt wurde.

Selbst das Bundes­verkehrs­ministerium wird offen­bar im Unklaren gelassen: Dessen Winterbe­richt enthielt die unklare Formulierung, dass die Pünkt­lich­keit im Fern­verkehr „tage­weise unter 70 Prozent“ gesunken sei. Tatsäch­lich lag sie an jedem Dezembertag deutlich unter dieser Marke.

Auf die Regionalzüge ist mehr Verlass als auf die Fernzüge, sie sind im Durch­schnitt nur halb so oft verspätet. Der Anteil der Verspätungen (ab 6 Minuten) von Fernzügen war am höchsten in Erfurt (43%), gefolgt von Leipzig (39%), Hamburg (38%) und Berlin und Köln (jeweils 37%). Die Stiftung fordert Investitionen ins Bahnnetz, damit Engpässe und störungs­anfäl­lige Technik beseitigt werden.

Die ausführ­liche Erhebung zur Pünkt­lich­keit der Bahn ist in der Mai-Ausgabe der Zeit­schrift test und online unter www.test.de/bahn veröffent­licht.