Produktionsbedingungen von Orangensaft: Nur ein Saft „gut“, Fairtrade enttäuscht

Nur bei einem Orangensaft bewertet die Stiftung Warentest die Produktionsbedingungen mit „Gut“. Alle anderen Anbieter engagieren sich „befriedigend“ oder sogar nur „ausreichend“ für Umwelt und Soziales. Selbst das Fairtrade-Siegel ist kein Garant für Arbeits- und Umweltschutz. Die Zeitschrift test hat parallel zum Warentest eine Untersuchung der Corporate Social Responsibility (CSR) durchgeführt.

Nur für 6 der 26 geprüften Säfte konnten die Unternehmen eindeutig belegen, von welchen Plantagen der Großteil der Ernte stammt. Der Saft kommt meist aus Brasilien, dort kontrollieren nur drei Konzerne etwa 90 Prozent der Verarbeitungsbetriebe. In einer Flasche Saft können daher Teile der Ernte von bis zu 900 verschiedenen Plantagen stecken.

Bei den sechs eindeutig belegten Plantagen waren Arbeitsbedingungen und Umweltschutz vor Ort viermal „ausreichend“ und zweimal „mangelhaft“. Darunter ausgerechnet ein Fairtrade-Saft, Lidl Fairglobe. Die Plantage in Brasilien hat nur einen Angestellten, einen schriftlichen Arbeitsvertrag sahen die Prüfer nicht. Gehalt und Arbeitszeiten der Helfer wurden nicht genannt. Den Helfern stehen weder Toiletten, noch Verpflegungsmöglichkeiten oder bei Unfällen Erste Hilfe zur Verfügung. Auch der Fairtrade-Saft von Pfanner enttäuschte. Er erhielt insgesamt das Urteil „Ausreichend“ für die Produktionsbedingungen.

Übrigens: Auch der Orangensaft Edeka Karibische Orange mit „guten“ Produktionsbedingungen ist keine Empfehlung. Im Warentest schneidet er „mangelhaft“ ab. Zudem ist er laut Edeka inzwischen nicht mehr im Handel erhältlich.

Warentest und CSR-Test Orangensaft erscheinen in der April-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 28.03.2014 am Kiosk) und sind bereits unter www.test.de/orangensaft abrufbar.

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