Peinliche Daten im Netz: Schnell drin, schwer wieder raus

„Das Netz vergisst nichts“, heißt es oft. Die Stiftung Warentest wollte es genauer wissen: Testpersonen streuten kompromittierende Fotos und peinliche Kommentare in Foren und sozialen Netzwerken. Monate später versuchten sie, alles wieder zu löschen – eigenhändig und durch drei spezialisierte Agenturen. Ergebnis: Mit Hartnäckigkeit und Zeit lassen sich einige Spuren verwischen, komplett löschen ist schwieriger.

Bei den sozialen Netzwerken Instagram, Facebook, Google+, Youtube und Twitter nutzten die Tester die systemeigenen Meldefunktionen für unerwünschte Texte und Fotos auf fremden Profilen. Bis auf Twitter reagierten alle geprüften Portale wie versprochen. Die Verknüpfungen von beanstandeten Beiträgen zum eigenen Profil wurden gelöscht. Damit erreichten die Tester mehr als die beauftragten Agenturen. Nicht gelöscht wurden die eigentlichen Beiträge im fremden Profil. Weigert sich der Autor, bleibt hier nur der Rechtsweg.

In Foren ohne Löschfunktion versuchten die Tester, per Mail an den Betreiber eine Löschung zu erwirken. Die beauftragten Agenturen verlangten dafür zwischen 30 und mehr als 200 Euro pro Beitrag. Sowohl Tester als auch Agenturen waren ähnlich erfolgreich. Nur Gutefrage.net weigerte sich zunächst, Beiträge zu löschen oder zu anonymisieren. Auf eine erneute Anfrage reagierte das Portal dann radikaler als erwünscht: Alle Beiträge wurden anonymisiert und der Testkunde verlor seinen Zugang.

Die ausführlichen Ergebnisse erscheinen in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 30.01.2015 am Kiosk) und sind bereits unter www.test.de abrufbar.

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