Nachhilfe Gruppenunterricht im Institut kostet häufig mehr als Privatstunden

Bereits jeder vierte Schüler hat während seiner Schullaufbahn Nachhilfeunterricht – meist in Mathematik, Deutsch oder Englisch. Bei einer Online-Umfrage der Stiftung Warentest zeigte sich jetzt, dass Eltern für Nachhilfe in einem Institut im Schnitt doppelt soviel Geld ausgeben wie für privat organisierte Stunden.

Der größte Teil der Schüler paukt mit privat organisierten Nachhilfelehrern. Laut einer Onlinebefragung der Stiftung geben Eltern hierfür durchschnittlich 750 Euro aus. Bei Instituten waren es hingegen 1.550 Euro. Die Gründe für diese enorme Differenz liegt unter anderem in der unterschiedlichen Dauer der Nachhilfe.

Während es bei Privatlehren meist keine Vertragsbindung gibt, haben die großen Institute eine Mindestvertragslaufzeit von einem halben Jahr und verlangen eine Aufnahmegebühr von meist 35 Euro. Die Befragung der Stiftung ergab, dass hier für jeweils 90 Minuten Unterricht pro Woche Kosten zwischen 99 und 146 Euro im Monat anfallen.

Meist bieten Institute Gruppenunterricht an, dabei werden üblicherweise drei bis fünf Schüler, mitunter aber auch bis zu neun zur gleichen Zeit von einem Lehrer betreut. Eine staatliche Aufsicht findet kaum statt. Jeder, der etwas Geld zur Verfügung hat, kann hierzulande ein Nachhilfeinstitut eröffnen.

Auch die Qualitätssicherung steckt bei den großen bundesweiten Instituten noch in den Kinderschuhen. Trotzdem hat sich bei der Hälfte der Schüler die Schulnote durch die Nachhilfe „etwas“, bei einem weiteren Viertel „erheblich“ verbessert. Die Untersuchung findet sich in der April-Ausgabe der Zeitschrift test.

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