Lebensversicherung Neuabschlüsse lohnen sich nicht mehr

Trotz hoher Gewinne wollen Lebensversicherer die Beteiligung der Kunden an stillen Reserven verringern. Als Folge davon bekommen viele Kunden am Ende der Laufzeit weniger heraus als angenommen. Darauf weist die Stiftung Warentest in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest hin.

Die Versicherer haben durchgesetzt, dass die Beteiligung der Kunden an den stillen Reserven zurückgefahren wird. Seit 2008 müssen die Lebensversicherer Kunden, deren Verträge fällig werden, bei der Auszahlung mit 50 Prozent an den Bewertungsreserven beteiligen. Doch nach einem Beschluss des Bundestages soll sich dies ab dem 21. Dezember 2012 ändern. Für „Härtefälle“ will das Bundesfinanzministerium aber womöglich noch eine Ausnahmeregelung schaffen. Außerdem spekulieren Versicherungsmanager darüber, ob sie die Zinsgarantien in künftigen Verträgen noch für die gesamte Vertragslaufzeit geben oder zeitlich begrenzen sollten.

Als Folge davon sei der Neuabschluss einer Kapitallebensversicherung nicht mehr attraktiv, heißt es in Finanztest. Der Garantiezins auf den Sparanteil betrage nur noch 1,75 Prozent, gerechnet auf den Gesamtbetrag könne das bei teuren Anbietern weniger als 1 Prozent betragen. Außerdem müsse man damit rechnen, dass die Versicherer versuchten, über die Garantie hinausgehende Leistungen zu kürzen, wie jetzt bei den Bewertungsreserven geschehen. Wer jedoch bereits eine Kapitallebensversicherung habe, sei meist besser beraten, den Vertrag durchzuhalten, denn eine Kündigung oder Beitragsfreistellung sei oft teuer. Ein Rechner der Stiftung Warentest hilft bei der Entscheidung und kann kostenlos unter www.test.de/kapitalleben heruntergeladen werden.

Der ausführliche Bericht Lebensversicherungen erscheint in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 12.12.2012 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/thema/kapitallebensversicherung abrufbar.

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