Kundenkarten Wenn der Wäschekauf zum Striptease wird

Kunden der Wäschefirma Palmers bekommen 30 Euro auf ihre Kundenkarte, wenn sie bei Antrag­stellung Fragen beant­worten wie die nach ihrer Konfektions­größe oder ob sie lieber sport­liche oder raffiniert-verführerische Unter­wäsche tragen. Was mit diesen persönlichen Daten passiert, ist unklar formuliert, kritisiert die Zeit­schrift Finanztest in ihrer August-Ausgabe. Sie werden „für Verwaltung, Kundenclub, Konto­führung, Marketing etc.“ genutzt. Sechs weitere Anbieter von insgesamt 29 Kundenkarten im Test wurden ebenfalls erhebliche Mängel in ihren Daten­schutz­regelungen bescheinigt. Und nur vier Anbieter halten sich uneinge­schränkt an die Gesetze: Die Deutsch­land­Card, die Bahn mit ihrem bahn.bonus-Programm, Payback und Yves Rocher.

Doch Finanztest hatte noch mehr an den Karten auszusetzen. Die ideale Kundenkarte sollte sich nämlich nicht nur an die gesetzlichen Daten­schutz­bedingungen halten, sondern auch kostenlos sein, einen regel­mäßigen mess­baren Rabatt von mindestens drei Prozent bieten, der schnell mit dem Einkaut verrechnet wird und verständliche Bonusbedingungen haben. Die Ersparnis lässt aber oft zu wünschen übrig. Die Kunden von Sinn Leffers müssen für fünf Prozent Rabatt für mehr als 2 000 Euro im Jahr einkaufen. Um die Payback-Prämie „Umhängetasche Fußball­feld“ zu bekommen, muss man zwischen 460 Euro und 4 600 Euro Umsatz gemacht haben, je nachdem, wie viele Punkte die Part­ner­unternehmen jeweils gutschreiben. Für Händler kann sich das Kundenkarten­programm lohnen: Payback-Kunden steigerten laut der Gesell­schaft für Konsumforschung ihren Umsatz inner­halb von drei Jahren Mitgliedschaft um 25 Prozent.

Der ausführ­liche Test „Kundenkarten“ ist in der August-Ausgabe der Zeit­schrift Finanztest und online unter www.test.de/kundenkarten zu finden.

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